Stephan P.
VORTEXSOUNDTECH: FIERY SILENCE
Drum'n'Bass trifft Blood Axis.
Viel her machen tut die
Verpackung nicht und das soll wohl auch so sein, denn Drum'n'Bass war
seit jeher eher Musik als Drumherum und überflüssiger Schnick-Schnack.
Sozusagen das Gegenteil von Neofolk und dem Schein konterkariert zum
Sein.
....Hey was soll das hier, dieses Zerfransen der Ränder von nonpop nervt doch langsam...
Aber
Jungs und Mädels, hier verdient keiner Geld mit seiner Textarbeit und
daher laßt uns einfach schreiben, loben, hassen und totschweigen, wenn
oder was wir wollen.
Feurig still beginnt das einundvierzig
Minuten lange Werk, gequasselt wird selbstredend auf Portugiesisch und
plötzlich: ein Frauenschrei. Pause. Ein satanischer Priester scheint
uns die Messe zu lesen. Assoziationen zu BLOOD AXIS und RADIO WEREWOLF
kommen mir in den Sinn, Mann, diese Stimme, das ist doch der
MOYNIHAN... Oder? Ist er natürlich nicht. Aber auch wenn hier keine
neuheidnische und satanische Botschaft vorgetragen wird, reicht es für
eine gehörige Portion martialischer Dunkelheit. Dann kracht es wieder –
ein typischer Drum'n'Bass-Beat beginnt zu tanzen, durchsetzt mit
diversen Klangraffinessen. Und weiter geht's. Ich gedenke der besten
Tage von THE PRODIGY, weil ich denke, dass VortexSoundTech ab und an
mal ganz ähnlich klingen. Vielleicht aber auch nur, weil ich seit
Jahren kein Zeug mehr wie dieses gehört habe?
Der Trumpf ist in der
Tat die stimmliche Untermauerung des schnellen und tanzbaren Sounds. Ob
nun Samples oder Ansprache – es klingt mysteriös und martialisch und
genau das macht es für meine Ohren gefällig. Hinzu kommt, daß ich
Drum'n'Bass bisher für eine recht eintönige, gleichklingende
Electro-Sauce hielt, "Fiery Silence" hingegen hat auch ruhigere und
klarere Momente. Zum Ende hin wird's experimenteller, verfrickelter und
ein wenig stiller.
Zusammengefaßt: Die "feurige Stille" ist ein
starkes Drum'n'Bass-Album, welches mit den Adjektiven "dunkel" und
"mystisch" versehen werden kann. Es lassen sich starke
Anknüpfungspunkte zu Electro und Industrial finden. Keine Sekunde
langweilig, mitunter vielleicht ein wenig zu schrill. Die eher
spartanische Aufmachung (vier Seiten Booklet in Standard-Plastiksarg)
mindert die Freude ein wenig...
http://www.nonpop.de/nonpop/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=1605