Die Sommerzeit hat ausgescherzt
Die Stimmung singt in Richtung Herbst
Im Sortiment vom Supermarkt
Hat Weihnachten schon eingeparkt
Die Sonne kommt nur kurz vorbei
Bricht an der Welt auf, wie ein Ei
Die Horizont glüht diabolisch
Der Mensch wird mächtig melancholisch
Doch statt wie Emos loszuheulen
Richte ich mich nach den Eulen
Zieh nicht südwärts nach Athen
Ich find es auch im Regen schön
Komm her, du kleine Depression
Ich kenn dich aus dem Vorjahr schon
Und werd dich im Vorbeigeh’n grüßen
Mit Blätterknistern unter Füßen
Und im Mundwinkel Maronen
Nackte Bäume ohne Kronen
Thronen uns über den Köpfen
Kürbisse in allen Töpfen
St. Martin lässt sein rotes Band
Wieder fliegen durch die Lüfte
Der Sommer entkommt unerkannt
Der Wind wird kalt und klar und Düfte
Dampfen langsam aus Kaminen
Die uns schwere Wärme spenden
Der Mensch beginnt zu Halloweenen
Und trägt Schuhe auch an Händen
Der Herbst hat es nur halb so eilig
Und einmal sind wir alle heilig
Komm, wir feiern Mauerfälle
Geben nichts auf das Gebelle
Von ewig grauen Herbst-Verächtern
Gar nichts wird sich hier verschlechtern
Alles, was hier jetzt passiert
Die Welt wird eben renoviert
Dafür muss Tapete ab
Irgendwann macht alt halt schlapp
Im Sommer schimmeln stets die Wände
Der Herbst ist Anfang und nicht Ende
St. Martin lässt sein rotes Band
Wieder fliegen durch die Lüfte
Wir geh’n bestimmt nicht mehr zum Strand
Es darf Speck an jede Hüfte
Ich jetzt in den Regen raus
Und spring genußvoll in die Pfütze
Der Herbst traut sich doch nicht ins Haus
Und wofür hab ich eine Mütze?