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"Die wundersame Welt der Schweizer"

Jelisa



Last Updated: 1/17/2008

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Gender: Female
Country: CH
Monday, July 03, 2006 

Current mood:  annoyed

Und dann war da noch: Helga und die Wegwerfgesellschaft

Das St. Galler Open Air http://www.openairsg.ch/ und http://de.wikipedia.org/wiki/OpenAir_St._Gallenist jenseits seines regenumwölbten Mythos sonnenblau und himmelgelb über die Rockbühne gegangen. Leider war das 30. Open Air nicht so gut besucht wie es hätte sein sollen und können. Die Veranstalter schoben es auf den Ausfall der Band KORN, die WM, die anderen Open Airs, aber ich würde die Gründe eher im mässigen Programm suchen. Franz Ferdinand und die Hives sowie Massive Attack boten gute Unterhaltung, aber wo blieben die echten Zugpferde? Und wo war Helga? Die Gute hat lange Tradition: seit einstmals jemand auf dem Open Air ihren Namen rief und viele Stimmen einfielen, gehört es dazu, auf dem St. Galler Open Air lautstark "Helgaaaaaaa!" zu posaunen. Auf dem Southside Open Air in Deutschland erklang dieses Mal ein solcher Ruf - auf dem St. Galler hingegen nicht mehr. Ich vermute, dass

1) Helga entweder endlich gefunden wurde oder

2) derjenige, der sie damals suchte, eine neue Freundin hat.

Es bliebe allerdings noch die dritte Möglichkeit - ich sah da einen jungen Mann herumlaufen, der eine Papptafel trug und auf der stand: "I buried Helga."

Andere Dinge müssen leider erst noch begraben werden... Oder besser recycelt.Ja, ich meine den Müll. Unglaublich, wie viel Geld die Schweizer Jugendlichen zu haben scheinen (oder vielleicht hat's der Papi?)! Da bleiben doch ganze Zelte nach dem Open Air einfach stehen. Für das nächste Festival kauft man sich ein neues. Das gleiche gilt für Campingstühle, Fackeln, ungeöffnete Packungen mit Würsten, ungetrunkenes Bier in Petflaschen.... Ehrlich, die hinterlassenen Müllberge waren deprimierend. Erstens sprechen sie Bände für die Einstellung "Och hier kommt ja nachher jemand und räumt auf" und zweitens gehts uns ganz offensichtlich zu gut. Was würde jemand aus der Dritten Welt angesichts dieser wahnsinnigen Verschwendung sagen? Da wurden voll funktionsfähige Zelte und Campingstühle noch mutwillig zerstört und dann einfach da gelassen. Deprimierend. Die gleichen Leute setzen sich dann sicher bei Greenpeace für die Erhaltung der Umwelt ein, aber das Heimtragen des Zeltes ist zu viel... Traurig.