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DIN [A] TOD



Last Updated: 12/6/2009

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Status: Single
City: Berlin
State: Brandenburg
Country: DE
Signup Date: 1/30/2005
Tuesday, August 11, 2009 
Hell fucking Yes! Dass das Post-Punk-Revival bereits enorm coole Blüten trieb (unter anderem die Editors oder Interpol) ist unbestritten. Dass aber etwas so cooles dabei herauskommt, hätt ich nicht gedacht. Din [A] Tod, eine berliner Band, die sich auf die Cold Wave-80er beruft (sprich Joy Division, New Order, Trisomie 21) und das ganze mit analogen Electrosounds und leichten, modernen Future-Pop-Anleihen verknüpft, sind definitiv mal etwas anderes – Joy-Division-Epigonen sind die Berliner jedenfalls nicht, auch wenn der Einfluss jederzeit offensichtlich ist, nicht nur durch das geile “Warsaw”-Cover. Ian Curtis wäre verdammt stolz gewesen. So bleibt ihm leider nur, aus dem Rockstarhimmel von oben auf das zu schauen, was er uns mit Joy Division gab und was seine Erben daraus machten.
Und das ist nicht weniger als eine der coolsten CDs, die ich dieses Jahr hören durfte. Eine originelle Mischung aus altem EBM, ein wenig Future Pop und Post Punk/Coldwave mit geradezu unwiderstehlichem Tanzappeal und zwei coolen Stimmen: Die weiteren Zutaten sind eine sägende Gitarre, analoge Synthsequenzen, EBM-lastige Bässe und einige flirrende Synthleads, der obligatorische Peter Hook-Gedächtnisbass und eine dicke, dicke Portion Tanzbarkeit, nicht nur durch den schepprigen, aber coolen Drumcomputer hervorgerufen. Sven beschränkt sich auf dunklen, treibenden Sprechgesang, sein Gegenstück Claudia klingt eher niedlich. Das kommt sogar in einigen Duetten verdammt cool rüber. Das ganze geht verdammt gut in Ohr und Tanzbein – Wer hier nicht sofort auf die Tanzfläche stürmt, ist vermutlich querschnittsgelähmt, denn das ganze Adrenalin, das die Band versprüht, wirkt verdammt ansteckend.
Und das ist schon ab der ersten Sekunde des Openers “Some Kind of Hate” spürbar. Svens Stimme wird zunächst von analogen, tanzbaren Synthieklängen untermalt, bis die Gitarren reinsägen. Dazu der verdammt eingängige Refrain… Doch trotz triumphalen Anfangs gibt es noch Steigerungen. So z.B. der sehr Joy-Division-lastige Titelsong “Westwerk”, das den Spirit der Legende atmet und ordentlich auf die 12 haut. Electropop und hier überraschenderweise Blutengel klingt bei “Glory in the Highest” an: Das macht den Song aber nicht schlechter. “Cold Star” huldigt dem Electroclash, während “Patron of the Young” wieder Joy Division huldigt, ebenso wie das ironische “Vorwärts, wir müssen zurück!” Das Neben- und Miteinander von Elektronik und Post-Punk prägt das ganze Album und macht aus ihm eine schicke Gratwanderung zwischen Damals und Heute, die sicher noch viel zu bieten hat, jetzt und in der Zukunft.
Fazit: Auch wenn Din [A] Tod mit Westwerk bereits ein mörderisch starkes Album mit vielen Highlights vorgelegt haben, bin ich mir sicher, dass die Band noch mehr kann, weswegen ich hier ein wenig vor der Höchstpunktzahl zurückschrecke – Schon “The Sound of Crash” wäre diese wert gewesen, aber auch da hielt ich mich – angesichts des Potentials der Band – zurück. Auf jeden Fall ist festzuhalten, dass die Songs noch sehr sehr lange nachhallen werden, denn sie lassen sicher nicht einmal einen bekennenden Post Punk-Ignoranten kalt. Zu energetisch, zu adrenalingeladen gehen die 12 Songs ins Tanzbein und hinterlassen da einen bleibenden Eindruck. Ein echtes Highlight mag ich eigentlich gar nicht hervorheben, denn fast alle Songs bewegen sich auf einem gleich hohem Level. Ergo: Dicke Empfehlung!



Um es schon mal vorweg zu nehmen, das Album „Westwerk“ ist ausnehmend gut gelungen, aber bis zu dieser Erkenntnis hat mir unser Berliner Trio doch einige Stolpersteine in den Weg gelegt. Bislang hatte ich immer nur über die Band gelesen und sämtliche Infos hörten sich gleichermaßen vielversprechend wie verwirrend an, umso mehr war ich an dem neuen Album von DIN [A] TOD (übrigens ein geiler Name) interessiert. Als es schließlich eintraf, trat zunächst ein eher befremdliches befremdlich Gefühl ein, denn als kreativ kann man das Cover nicht gerade bezeichnen und die Symbolik erinnerte mich an einige Sachen aus dem Neofolk Bereich, dem ich eher ablehnend gegenüber stehe. Ich versuchte aber, über dieses Thema nicht weiter nachzudenken und mich nicht zu sehr beeinflussen zu lassen. Was dachte man nicht alles über JOY DIVISION Anfang der 80er?! Und somit sind wir auch schon bei den größten Vorbildern bzw. Einflüssen von DIN [A] TOD angelangt, bereits ab dem ersten Song „Some Kind of Hate“ hört man praktisch den Stil der Kultband heraus. Guter, solider Wave-Rock mit dezentem Synthesizereinsatz schallt aus den Lautsprechern und macht tierisch viel Spaß - selbst der schlechte englische Akzent des Sängers wird bald als Merkmal akzeptiert und nicht störend wahrgenommen.

Der Herr ist gesanglich sicherlich kein Kaliber in der Größe des Ian Curtis, aber nach mehrmaligem Durchhören akzeptiere ich ihn als eigenständigen Sänger, aber wie es halt bei Menschen mit ihrem typischen Schubladendenken ist: Man hört den JOY DIVISION Touch und hat gewisse Erwartungen im Hinterkopf. Es ist schade, dass die Scheibe erst langsam zu ihrer wahren Stärke findet und auch einen musikalischen Wandel vollzieht, wodurch meine bisherigen Erläuterungen Stück für Stück an Bedeutung verlieren. Die Gewichtung von elektronischen Klängen und Gitarren ändert sich, hier klingt es mal mehr nach alten analogen Instrumenten, dann doch vermehrt nach Electro Clash. Aus dem Hintergrund rückt auch langsam Sängerin Claudia mehr in den Vordergrund, was für die Kompositionen eine enorme Wertsteigerung bedeutet, denn wer hat schon mal LADYTRON mit den STRANGLERS gepaart gehört, einfach genial. Ab und zu werden auch noch Erinnerungen an PHILLIP BOA, THE CURE oder NEW ORDER wach, aber es ist sicherlich nicht von Nachteil mit solch hervorragenden Musikern verglichen zu werden. Durch diesen stetigen Reifeprozess bzw. durch die beschriebene Wandlung gewinnt die Band aus meiner Sicht sehr stark an Qualität, denn gleichermaßen wird die Musik eigenständiger, schade, dass man sich nicht von Anfang an so präsentiert. Dadurch hätte man viele potenziell Interessierte mit ins Boot ziehen können, so glaubt man nach der ersten drei Songs nur einen Klon zu hören.

Und nach diesem großen weiten Bogen sind wir wieder beim ersten Satz angelangt, das Album „Westwerk“ empfinde ich persönlich als fantastisch, es geht aber nicht so schnell ins Blut über wie andere Tonträger, aber wenn sich nur ein wenig Zeit und Ruhe nimmt, um das Gesamt-Potenzial zu erkennen, wird man ein ausgezeichnetes Kunstwerk im CD-Player finden, das von mal zu mal mehr Spaß macht. Meine persönlichen Favoriten sind „Spartakus“, „The Clockwork“ und „Flames on Calvary“, hier kommt die perfekte Symbiose aus Gitarren und digitalen Klängen am besten zu Geltung, so etwas Harmonisches werdet ihr so schnell nicht noch mal antreffen. Hier dürfte jeder etwas finden, nur für Electroclasher könnten es insgesamt zu wenig analoge Klänge sein.



Die junge Berliner Band Din (A) Tod ist mit ihrem Elektro Waverock bereits seit dem Erstling von 2007 gern gespielter Gast in den Tanztempeln der Gothszene. Dies dürfte sich mit dem aktuellen Silberling "Westwerk" sicherlich noch verstärken. Das Westwerk selbst ist begrifflich ein selbständiges Bauteil einer Kirche mit zumeist drei Türmen.

Ebenso tragen drei Säulen die Musik der Hauptstädter. Da gibt es zum einen die Vorliebe für pure Wavemusik der traditionell analogen Art. Zum anderen die Fähigkeit, eigenständige Songs zu schreiben, die schnell ins Blut fahren. Und zum letzten den charakteristischen Gesang von Sven Claussen und Claudia Fasold.

Treibende Synthiesounds und zurückhaltende Sägegitarren eröffnen das Album mit "Some Kind Of Hate". Melodie und Beat verführen sofort zum Tanzen. Während viele andere zeitgenössische Darkwavebands damit kämpfen, überhaupt ansatzweise die richtigen Töne zu treffen, servieren uns Fasold und Claussen ein effektvolles Wechselspiel aus Harmoniegesang und Duett. Sein dunkler, nihilistisch klingender Sprechgesang steht in totalem Kontrast zu den frechen Nymphenvocals seiner Partnerin. Die Methode funktioniert wunderbar und zieht sich wie ein roter Faden durch das Westwerk.
"Patron Of The Young" ist ein sprudelnder Cocktail aus Front 242-seligem EBM, modernem Futurepop und fettem Gitarrengoth. Ästhetisch halbakustische Saiteninstrumente - wie weiland die Sisters Of Mercy anno 1985 - locken mit warmem Klang, bevor die E-Gitarre punktgenau und rasierklingenscharf den Synthieleib des Tracks tranchiert. "Vorwärts, Wir Müssen Zurück" hypnotisiert den Hörer mit Claudias beschwörendem Strophengesang. Bevor man angenehm betäubt dahindämmert, pumpen die - im wahrsten Sinne vorwärts zwingenden - Synthesizerbeats wieder einen satten Schuss Adrenalin in die Adern.
Auch die restlichen Lieder funktionieren in der beschriebenen Art. Kompositorisch gibt es keinen einzigen Ausfall. Wer beim Genuss des Refrains von "The Clockwork" keinen Zappelzwang verspürt, muss schon mindestens querschnittsgelähmt oder taub sein. Der durchweg analoge Sound verleiht den Stücken organisches Leben und explodiert mitunter in modernen Futurepopgewittern. Hier treffen und vereinen sich auf Albumlänge Retrogeist und Gegenwart. Der Spirit alter Helden wie John Foxx oder Joy Division ist allgegenwärtig. Entsprechend nahtlos gelingt der Band die schicke Coversion von "Warsaw". Ian Curtis wäre stolz hierauf gewesen.
Die große Leistung des Trios besteht hierbei vor allem darin, wiedererkennbar und eigenständig zu klingen. Überdeutlich zeigen die Berliner den Unterschied zur stagnierenden Gothszene. Din (A) Tod kennen die Differenz zwischen inspiriertem Zitieren der Vorbilder und lediglich gesichtslosem Kopieren. Mir persönlich haben sie mit Westwerk den Frühling versüßt und den Glauben an die gothische Musik zurückgegeben.



Interessanterweise hat mir das erste Album der Band vor zwei Jahren nicht sonderlich gefallen oder ich war in einer merkwürdigen Stimmung. Daher war ich vom neuen Longplayer der Berliner sehr überrascht. In nahezu allen Kritiken, die ich gelesen habe,wird hier ein Vergleich mit Joy Division gezogen, den ich aber nicht ganz nachvollziehen kann, da DIN A TOD wesentlich elektronischer sind als die Kultband. Sicherlich sind leichte Einflüsse da, was ja auch die Coverversion von „Warsaw“ belegt, aber meiner Meinung klingt das eher nach Bands wie „Neon Judgement“ den früheren „Pink turns blue“ oder auch "B-Movie". Die Songs in denen sich der weibliche und männliche Gesang ergänzen, gefallen mir hier mit Abstand am besten. Die Scheibe legt mit „Some kind of hate“ gleich richtig los und arbeitet sich über den Titelsong zu weiteren Highlights wie „Fertile, yes“ bis hin zu meinem Lieblingstrack „Flames on calvary“. Einziger kleinerer Kritikpunkt ist höchstens, das es hier manchmal eher digital denn analog klingt. Allerdings wage ich zu bezweifeln, das die momentane schwarze Szene mit der Leuchtstäbchenfraktion (gegen die ich nichts habe, im Gegenteil, finde die teilweise sogar wirklich cool), hiermit etwas anfangen kann, weil das eben alles doch etwas zu oldschoolig ist. Daher eher eine CD für die älteren unter uns wie mich.



Manchmal irrt man sich. Oft kann einem das passieren, wenn man sich vom Äußeren leiten lässt. Die Gruppe Din [A] Tod ist da so ein Fall. Muteten Bandname, Ästhetik und musikalisches Umfeld (Out of Line) doch meist eher elektronischan, musste dieser vorschnelle Schluss beim Hören des neuen Werks Westwerk dann doch mal dringend revidiert werden… Klar, Elektronik wird hier deutlich hörbar eingesetzt, dieser ist aber nur eine Komponente im Klangbett des Sounds, den die Berliner schaffen. Mit ihren kühlen und mitreißenden Klängen stellen sich Din [A] Tod vielmehr auf moderne Art und Weise in eine Tradition mit verschiedenen Old School-Projekten aus dem Gothic Rock-Bereich.
Von Beginn an wird der Maßstab für den Sound gesetzt: Some Kind Of Hate beginnt zwar mit kühlen Synthie-Klängen, darauf baut sich aber dann auch gleich ein Beat auf, der bedeutend mehr in die Rock-Richtung treibt. Obgleich hier viele Klänge elektronisch sind, hält sich dezent auch im Hintergrund eine E-Gitarre und es atmet alles den kühlen Geist von Bands wie den Sisters of Mercy – nur eben mit anderen Mitteln und in einer anderen Zeit, nämlich im Hier und Jetzt. Während sich die Gitarre bei Titeln wie Some Kind Of Hate eher dezent verhält, ist sie bei anderen Titeln auch schon mal deutlicher zu hören. Patron Of The Young zum Beispiel stellt die Gitarre sowohl mit Akkorden als auch mit Riffs stärker in den Vordergrund, wobei sie perfekt mit der Beatlastigkeit und den Synthie-Sounds harmoniert.
Ist bisher immer von der Kühle gesprochen wurden, so muss man das relativieren, beziehungsweise eingrenzen: Dies ist sicherlich nicht so zu verstehen, dass einen die Musik kalt lässt. Wie einleitend schon erwähnt: Durchaus packend ist es, was die Berliner hier zum Besten geben. Da kann einem auch bei kühler Musik schon einmal warm ums Herz werden. Nicht zuletzt begeistert dabei auch die Art und Weise des Gesangs, der zudem dadurch für Abwechslungsreichtum sorgt, dass hier zwei Stimmen zum Einsatz kommen: Der nah am Gesprochenen agierende Gesang von Sven Claussen trifft auf die warmherzige Stimme von Claudia Fasold.
Am deutlichsten wird die Rock-Tradition dann bei Warsaw, einer Joy Division-Coverversion, bei der man sich gleich in die entsprechende Zeit gesetzt fühlt. Ein Cover, dessen Qualität für seine Berechtigung sorgt. Und insgesamt ein Album, das überraschend gut ist – moderner Gothic Rock mit anderen Mitteln, angelehnt an alte Zeiten, dabei mit beiden Füßen im Hier und Jetzt. Sehr erfreulich, dass es auch in diesem Genre noch Bands gibt, die einen überraschen können. Eine gelungene Dreiviertelstunde kurzweiliger Unterhaltung!

Nach der Vorstellung ihres zweiten Albums auf dem Dark Dance Treffen in Lahr im März bekam ich die Musik einfach nicht mehr aus dem Kopf. Nun liegt "Westwerk" im Player und will partout nicht wieder raus. Eigentlich müssten es mir viel zu viele verschiedene Stile sein - viel gewollt und vor allem auch tatsächlich gekonnt. Da steckt Post-Punk drin, jede Menge 80er Cold-Wave, Synthies, Elektro und auch Rock. Dabei sind die Berliner so unglaublich lässig, da fällt mir nur einer als Vergleich ein...

Natürlich drängt sich das Bild von Andrew Eldritch nicht ohne Grund auf. Immerhin macht Sänger Sven auf der Bühne optisch genau diesen Eindruck. Doch es wäre zu wenig, sie auf einen Sisters-Abklatsch zu reduzieren. Das passt auch gar nicht. Klar, da kommen schon mal Erinnerungen hoch, aber das sind nur Nuancen in ihrem Sound. Genau wie der Vergleich mit Joy Division. Das "Warsaw"-Cover ist zwar meiner Meinung nach äußerst gelungen, rechtfertigt aber noch keinen allgemeinen Rückschluss.

Mein Favorit ist ganz klar "Cold star". Sängerin und Keyboarderin Claudia ist stimmlich einen Tick besser als ihr männlicher Partner. Eine äußerst minimal gehaltene Melodie trifft auf einen breiten Synthie-Teppich und dazu zieht sich ein Cure-Bass durch das ganze Stück. Der Song könnt von mir aus noch fünf Minuten länger sein.

Sogar zwei Instrumental-Songs überzeugen auf voller Länge. Das muss in dem Sektor heutzutage erstmal jemand schaffen. Und dann ist da noch "The Clockwork", das ab der Mitte so deftig rockt, dass die Füße einfach nicht mehr still stehen wollen.

Ich brauch wohl nicht mehr zu erwähnen, dass diese Album die absolute Kaufempfehlung des Monats ist!

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Nachdem mich das Debütalbum des Berliner Projektes Din[A]Tod wahrlich umgehauen hat und ich dieses über Wochen hinweg in Dauerrotation immer wieder genossen habe, war ich auf den Nachfolger "Westwerk" sehr gespannt und meine Erwartungshaltung an das neue Werk des Trios war natürlich auch entsprechend hoch.
Nachdem mich das Debütalbum des Berliner Projektes Din[A]Tod wahrlich umgehauen hat und ich dieses über Wochen
hinweg in Dauerrotation immer wieder genossen habe, war ich auf den Nachfolger "Westwerk" sehr gspannt und meine
Erwartungshaltung an das neue Werk des Trios war natürlich auch entsprechend hoch.

Aber Sven Claussn, Claudia Fasold und Philip Albus haben mich absolut nicht enttäuscht, sondern liefern mit diesem
Album ein weiteres Meisterstück ab. Elektroclash vom Feinsten, kraftvoll und innovativ - das das über zwölf Titel hinweg und von der ersten bis zur allerletzten Sekunde.

Din[A]Tod erschaffen mit ihren kühlen Retro-Elektro-Elementen, die den einzelnen Titeln eine gewisse zeitlose Atmosphäre zu geben verstehen und den damit verbundenen Gitarrenriffs eine irgendwie einzigartige Atmosphäre, die schlichtweg zu begeistern versteht. Und auch der Gesang von Frontmann Sven Claussen passt mit seiner charismatisch dunklen und kalten Art bestens zu den Soundlandschaften. Diesem Part stellt man dann bei einigen Titeln die hohe und irgendwie bewusst provozierend nach Girlie klingende Stimme von Claudia Fasold an die Seite. Ein interessanter und ebenfalls innovativ belebender Schachzug, der vollends aufgeht.

Bei den zwölf Titeln des Nachfolgealbums von "The Sound Of Crash" stimmt einfach alles und der Din[A]Tod-Funke
speingt sofort auf den Hörer über. Es fällt mir hier schwer, spezielle Titel aus dem Gesamtwerk herauszugreifen, um diese quasi als Höhepunkte zu bezeichnen, denn das gesamte Album ist ein einziger Höhepunkt! Aber vielleicht sollte an dieser Stelle die geniale Coverversion vom Joy Division Klassiker "Warsaw" zumindest einmal erwähnt werden - sehr genial umgesetzt und und komplett ins Din[A]Tod Sound-Korsett gekleidet! Ein geiles Album!




Die Berliner Band Din [A] Tod ist mein persönlicher Favorit für den unvorteilhaftesten Namen der Szene. Nachdem ich den etwas lächerlich-plakativ klingenden Namen seinerzeit erstmals gehört hatte, bestand meinerseits kein Interesse deren Musik kennen zu lernen. Umso überraschter war ich im November 2007, als ich die beiden damaligen Einzelkämpfer Sven Claussens und Claudia Fasold im Rahmen der Out Of Line Festivals 2007 live sah und durchaus begeistert war. Denn der Stil der Band deckt sich so gar nicht mit dem was man (bzw. zumindest ich) mit einem solchen Namen verbinden würde. Achtziger Jahre beeinflusste Elektronik regiert bei Din [A] Tod und das in einer angenehmen Form. Hörer die dieses Genre bevorzugen werden zumeist sicher durch den Namen abgeschreckt, wohingegen diejenigen, die der reißerische Name anzieht, von der Musik voraussichtlich eher weniger begeistert sein dürften. Vielleicht sehe ich das etwas zu engstirnig, ich bin aber überzeugt, dass die durch den Einstieg von Philip Albus mittlerweile zum Trio angewachsene Band mit einem anderen Namen noch stärker für Aufsehen sorgen würde, musikalisches Potential ist mehr als genug vorhanden.
Das Album beginnt mit dem sich langsam zu Sven's Gesang aufbauenden "Some Kind Of Hate", bevor Sängerin Claudia mit einsteigt und den Track weiter vorantreibt, bevor er sich im mitreißenden Refrain entlädt. Die wechselnden Gesangsanteile sorgen auch im weiteren Verlauf stets für Abwechslung. Beide Vocalisten mögen keine Anwärter auf den Sieg eines Heavenly Voices Contests sein, sorgen aber trotzdem für eine gute und stimmige Atmosphäre, mal warm, dann wieder eher unterkühlt. Cureähnliche Klänge eröffnen den nächsten Track "Westwerk", einem der Highlights des Albums. Treibende Bassläufe und das agile Schlagzeug bringen den Song in die Nähe vieler Waverockklassiker. Hier ist Din [A] Tod ein echter Kracher gelungen. Nach ein bisschen Zeit zum leichten durchatmen ist "Patron Of the Young" bereits wieder einer jener druckvollen Songs, die die Qualitäten von Din [A] Tod optimal herausstellen, bevor die drei bei "Warsaw" ihren alten Heroen Joy Division huldigen. Eine gelungene Adaption, die zwar nicht ganz so düster wie das Original daher kommt, aber ebenfalls vor Energie strotzt. "Corridors" ist ein schönes Instrumental, das mit einem geschickten Break aufwarten kann.
Im Folgenden geht das heitere Einflussraten weiter und so erinnert mich "Fertile, Yes!" an eine gemäßigte Ausführung eines Skinny Puppy Songs mit verquerem Gesang und nervös wimmerndem Bass. Für einen gelungenen Abschluss sorgt am Ende "Vorwärts, Wir Müssen Zurück", das wie der Eröffnungstrack langsam und verhalten beginnt, dann jedoch eine gewisse Eigendynamik entwickelt, welche man auch dem gesamten Album konstatieren kann. Immer mehr setzt sich dieses in den Gehörgängen fest und weckt Erinnerungen an die großen Tage des Waverocks, ist dabei aber weitestgehend vor Plagiatsvorwürfen gefeit, da Din [A] Tod die bekannten Zutaten mit modernen Electroclash-Einflüssen kombinieren und dadurch durchaus Eigenständigkeit entwickeln.
Ein durchweg überzeugendes Album, das es verdient Beachtung zu finden. Wollen wir hoffen, dass der ungeschickte Name dem Projekt nicht im Wege steht. Es wäre wirklich schade drum ...