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Wie und wodurch habt ihr eure Leidenschaft für die Musik entdeckt?
L_Kubic:
Den Grundstein legten meine Eltern, indem sie mir im Alter von 4
Jahren meinen ersten Klavierlehrer vorstellten.
Von Leidenschaft kann
allerdings zu diesem Zeitpunkt noch keine Rede sein.
Die kam erst
dazu, als ich anfing, auf dem Instrument die Musik zu spielen, die
ich gut fand. Und die war zum Leidwesen meiner Eltern nicht von
Mozart und Beethoven.
Wann und wie hat es denn musikalisch gefunkt zwischen euch beiden?
L_Kubic:
Da wir bereits als Kinder miteinander befreundet waren, haben wir
schon damals oft gemeinsam Musik gehört und ausgetauscht. In der
Schulzeit gründeten wir eine Band.
Nach der Schule hat dann zwar jeder für mehrere Jahre sein eigenes
Ding gemacht. Doch dann hat sie die Geschichte wiederholt:
Wir trafen uns wieder oft, hörten zunächst viel Musik, und gründeten
bald darauf das Projekt Trick & Kubic.
Seht ihr eigentlich Fatboy Slim ein klein wenig als euren Entdecker an? Erbeamte euch ja mit der Vö eures Stückes auf seiner Compilation im Jahr 2004 in die oberste Liga, oder?
L_Kubic:
Sicher hat seine Compilation eine Rolle gespielt. Als Endecker würde
ich Ihn vielleicht nicht bezeichnen, eher als Förderer.
Habt ihr denn Kontakt zu dem Altmeister?
L_Kubic:
Ich hab Ihm irgendwann mal eine Mail geschrieben. Aber er hat sich
nicht zurück gemeldet...Trotzdem bin ich ein großer Fan!
Ihr bewegt euch so galant auf dem Pfad zwischen Szene und Kommerz, dassman an euch einfach nicht vorbei kommt. Was ist euer Erfolgsrezept oder eure Philosophie, die das ausmacht?
L_Kubic:
Eine Philosophie gibt es nicht. Wir gehen ohne Plan ins Studio und
legen einfach los. Möglicherweise hängt diese Mischung mit unseren unterschiedlichen Entwicklungen zusammen. Bevor wir Trick &
Kubic gründeten, habe ich in einem Tonstudio gearbeitet, in dem
hauptsächlich Pop- und Rocksongs produziert wurde, habe selbst
auch in einer Rockband gespielt und Songs geschrieben.
Trick hat zu dieser Zeit bereits im Tresor aufgelegt und war voll in diesem
Technoumfeld unterwegs. Diese beiden Einflüsse treffen nun im
Studio zusammen.
Ihr remixt ziemlich viel gute Acts, wo hattet und werdet ihr demnächst eure Hände mit im Spiel haben?
L_Kubic:
Anfang dieses Jahres haben wir viele Remixes produziert, z.B. für
Deadmau5, Rodney Hunter, Didier Sinclair, außerdem für Jacob Seidensticker auf dem befreundeten Label Lebensfreude, und für unsere Freunde aus Wien Smacs & Pat Kong.
Anfang nächsten Jahres wird es einen Remix für Manou de Jean geben.
Was steckt denn eigentlich hinter euren Namen Trick & Kubic, ihr agiert ja auch als Niekisch und Hermann?
L_Kubic:
Das sind und waren schon immer unsere Künstlernamen, Alec Trick und L_Kubic. Als Niekisch & Hermann gab es mal eine Platte, das stimmt.
Aber wir hatten danach so viel mit unserem Hauptprojekt zu tun, dass wir für ein weiteres Projekt keine Zeit mehr hatten.
Was macht euch so besonders oder gar anders?
L_Kubic:
Ich glaube, es ist wirklich diese von Dir bereits angesprochene stilistische Gratwanderung, die Vermischung von Underground und
poppigen Elementen.
Das jedenfalls haben schon oft Leute zu uns gesagt.
In unserer Musik gibt es diesen musikalischen Aspekt, etwas Songorientiertes.
Das ist möglicherweise unser Aushängeschild geworden.
Wer meistert denn welchen Part bei euch beiden?
L_Kubic:
Alles was mit Musik und Produktion zu tun hat, liegt in meiner Hand.
Ebenso das Live-Konzept. Trick liefert viele musikalische Ideen, und
er ist der leidenschaftlichere DJ von uns beiden.
Wer ist denn für den Gesang bei euch zuständig, stellt uns die gute doch mal kurz vor?
L_Kubic:
Wir arbeiten mit unterschiedlichen Leuten
zusammen. Da ist zum einen Valeska, die bislang auf drei unserer
Singles gesungen hat. Sie ist hauptsächlich für die songorientierten Stücke zuständig. In den clubbigen Tracks kamen Andrea Hoppe und Daniel Biscan zum Einsatz.
Die Beiden müssen sich allerdings oft von mir in ihre Einzelteile zerlegen lassen. D.h. meist werden ihre Performances komplett zerschnitten, verschrottet
oder als Samples in den Tracks benutzt.
Ich hoffe, sie haben mir das nicht übel genommen...
Was macht euch mehr Spaß, als DJs zu spielen oder als Liveact?
L_Kubic:
Beides macht in dem Moment Spaß, in dem man damit die Leute
erreichen kann. Wenn die Party gut läuft, ist es – in Sachen
Spaßfaktor – letztlich egal, ob man gerade Platten auflegt oder live spielt.
Der entscheidende Unterschied liegt für mich darin, dass man als Liveact ausschließlich seine eigenen Produktionen spielt und darauf eine direkte Reaktion von den Leuten bekommt.
Es ist z.B. immer sehr spannend, einen neuen Track zu spielen und zu beobachten, was passiert.
Wie sieht denn ein Liveact bei euch aus (mit Sängerin u allem drum u
dran)?
L_Kubic:
Wir waren früher oft mit viel Equipment und auch mit Valeska
unterwegs. Aber das war zu kompliziert, zu durchgeplant und
unflexibel. Mir ging es darum, auf das Publikum reagieren zu können.
Je weniger man sich um die Technik kümmern muss, umso mehr kann
man sich auf die Musik konzentrieren. Also haben wir die Machinen zu
Hause gelassen, und sind seitdem mit Laptops und Controllern unterwegs.
Ein paar neue Platten im Gepäck? Was steht da grad so an?
L_Kubic:
Ja, vor ein paar Wochen ist auf Killabeat Records die EP „Nunsdorf
City“ erschienen. Mit zwei Tracks von uns und einem super Remix von
Solar & Poppke.
Welche sind denn eure Home-Labels und was geht da 2009?
L_Kubic:
Wir haben in der Vergangenheit viel auf Greatstuff veröffentlicht.
Im Moment kommen auf verschiedenen Labels Platten von uns, z.B.
BlackFoxMusic und Killa Beat Records.
Wie verbringt ihr denn in diesem Jahr euer Weihnachtsfest, ganz traditionell oder seid ihr permanent auf Piste?
L_Kubic:
Dies ist das zweite Jahr in Folge, in dem wir an Weihnachten auflegen
werden. Letztes Jahr waren wir in Belgien, diesmal geht’s nach
Stockholm. Aber es ist was Besonderes, an den Feiertagen unterwegs zu
sein. Die Leute sind alle so friedlich drauf, z.B. am Flughafen.
Und im Flieger saßen wir damals sogar fast allein. Auf der Party passierte dann genau das Gegenteil.
Da wurde so heftig gefeiert, dass man denken konnte, die Leute waren froh, der
Weihnachts-Familien-Idylle für ein paar Stunden entkommen zu
sein. Sehr lustig!
Was können wir denn von euch 2009 und überhaupt in Zukunft
erwarten? Ziele, Pläne, Vös, neue Videos was auch immer…
L_Kubic:
Hauptziel für Trick & Kubic 2009 ist, so viel wie möglich
Live und als DJ-Team unterwegs zu sein.
Im Studio brauchten wir nach den Jahren etwas Abwechslung und haben unsdeshalb eigenen Projekten gewidmet. Auf denen wird der Fokus 2009 liegen. Im nächsten Monat erscheint ein erster Solotrack von mir auf der BlackFoxMusic-Compilation „Kapitel Eins“, gefolgt von einer 12“ Anfang 2009. Außerdem wird es ein L_Kubic–Release in England auf Ben Watts Label Buzzin..Fly geben.
Was treibt ihr sonst so, wenn ihr nicht als Trick&Kubic unterwegs
seid?
L_Kubic:
Wenn wir nicht unterwegs sind, arbeite ich die meiste Zeit im Studio an neuen Tracks. Oder ich mache mit einem Freund meine Tour durch die Berliner Plattenläden. Außerdem fahre ich gerne Fahrrad, aber nur wenn die Sonne scheint...
Im Kesselhaus Singwitz werdet ihr als DJs spielen, auf was können
sich denn die Partyfreaks hier aktuell freuen?
L_Kubic:
Bei DJ-Sets lassen wir uns jedes Mal selbst überraschen, es ist alles offen. Abwechslungsreich wird es jedoch mit Sicherheit, da in unseren Sets momentan recht unterschiedliche Styles aufeinanderprallen. Das macht die Sache
spannend!
Noch ein paar Worte zum Ende des Jahres und Auftakt für das neue Jahr, was war toll, was war Mist, was muss besser werden in der Welt?
L_Kubic:
Toll war, dass wir in diesem Jahr viel herumreisen durften. Wir haben
eine Menge erlebt und gesehen. Unsere Tour in Brasilien zum Beispiel
war ein absolutes Highlight.
Großer Mist war, was vor einigen Monaten in Georgien passiert ist. Das hat uns persönlich sehr berührt. Mein Bruder lebt mit seiner Familie in Tiflis, und wir haben genau eine Woche vor Ausbruch des Krieges noch dort aufgelegt. Unfassbar!
MAKE LOVE, NOT WAR!
booking:
www.interklang.com
label:
www.blackfoxmusic.de