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Hunde. Und ihre Kackwürste. Allüberall. Hunde, in verschiedensten Ausführungen – Hunde: tiefgelegt, Irmscher-getunt, chromstahlglänzende Todesenegel. Hitze über dem Ödland, erbarmungslos. Ich und ich im wirklichen Leben. – Es fiel R.B. schwer, das Denken. Hemingway dürfte sich ähnlich gefühlt haben, damals, fast an der Front, im Spanischen Bürgerkrieg. Vor ein paar Tagen hatte der Chef, ihn, R.B., nach der gemeinsamen Lachyoga-Stunde über Mittag, unter der Dusche beiseite genommen: «Die Zeiten sind schwer, R.B., und unser Blatt ist dünn und dünner», hatte N.N. gegen die zischenden Düsen angenuschelt, seinen mächtigen Körper einseifend. «Gar selten gibts Weltnews aus unserem Kanton. Immer nur Puuremärkt, Steuerhölle, Erektionen aus Pappmaché. Aber jetzt. Endlich: Fleisch und Blut. Mord und Totschlag. Wille und Wahn. Sogar: Ausland. Diese Zitrone, R.B., gilt es zu pressen, und DU bist mein Mann an der Front!» Jäh schoss Blut ihm, adrenalingesättigt, zu Kopf. R.B. spürte: Da war sie. Die Chance. Endlich. Recherchieren im Feld. Hart. Dafür hatte er die ganze Plackerei auf sich genommen. Weiter wankte er über verbrannte Erde, Schweiss lief ihm in die Augen. Hatte es einen Sinn? Abfall und Kackwürste. Niemand will mit mir reden hier, mein Spanisch ist scheisse, wie fülle ich schon wieder zwei Seiten, 15 000 Zeichen, einfach so? Golden Retriever, Dobermann, Cockerspaniel, Grüner Halsbandsittich – mittlerweile kenne ich fast alle Hundemarken. Immerhin. Und wenn ich bei Flaco in der Bar drüben noch ne Flasche Rioja bestell, krieg ich sicher drei Zeilen O-Ton. Tiefer, ich muss tiefer gehen. Pulitzer-Preis, Pulitzer-Preis. Oh, wieder ne SMS vom Chef. Er fordert immer mehr. Will die ganze Geschichte. Denkt nur in Sequels: Wo die Schweinegrippe wirklich herkommt – heisse Spur nach Valencia. Darum is(s)t er so schnell – Usain Bolt verrät: «Erich S. gab mir den Tipp mit den Yamswurzeln.» Shit, mitm Flipflop voll in die Kackwurst. Zu heiss hier. Alles ein Flimmern. Es reicht. Es muss. Ich fahr zurück, in die Stadt, schön duschen im Hotel, dann ab an den Strand. Ahh, Valencia! Später in der Avenida de Neptuno lecker Paella essen, dazu ein leichter Weisser. Living is easy. Alles auf Spesen. Wenn ich mir noch ein paar Schlatter-Mails schnorre und einbaue, wird das eine richtig schöne Geschichte.
1:27 PM
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