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Beat-Club



Last Updated: 11/26/2009

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Status: Single
City: Still closed!
State: Hamburg
Country: DE
Signup Date: 7/17/2006

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Monday, August 28, 2006 

Current mood:  accomplished
Category: News and Politics

...in english...coming soon ;)

 

 

RETTET ST.PAULI!

St. Pauli.

Man nennt das Viertel auch das Herz von Hamburg und es ist in der ganzen Welt bekannt. Die berühmteste Meile von St. Pauli ist die Reeperbahn. Wer jedoch einmal zu Gast in St. Pauli war, der weiß das es bei weitem nicht nur die Reeperbahn ist, die unser Viertel so einzigartig macht! Denn erst wenn man durch die kleinen Seitenstraßen und Gassen schlendert, entdeckt man die Seele von St. Pauli und spürt die lebendige, verruchte Atmosphäre. Man entdeckt kleine Clubs, Händler, Restaurants und heimische Kneipen, teilweise so alt das man glauben könnte sie existierten seit Jahrhunderten. Als Fremder hat man vielleicht das Gefühl, von der Touristenmeile abzutauchen, in die Adern, die das Herz mit Blut versorgen. In die geheimen Gänge, die das Ganze noch viel interessanter machen und die Jemand, der nur die Reeperbahn auf und ab läuft, nie kennen lernen wird!

Na klar man kennt die Große Freiheit! Und bei Abiturienten und Studenten ist vor allem der Hamburger Berg sehr angesagt (dessen Club-Angebot leider in den letzten Jahren sehr eintönig geworden ist).

Natürlich kennt man auch die Davidstraße, die Herrenmeile Herbertstraße, den meist überfüllten Hans-Albers-Platz und die Friedrichstraße Proll-Party-Meile Nummer eins! Ich meine aber hier noch weniger populäre Gassen, wie zum Beispiel die Hopfenstraße! Eine kleine, unscheinbare Einbahnstraße, in der früher der Astra-Turm hauste und sich niemand daran störte, dass in der Straße eher ein schludriger, ranziger Stil herrschte. Hier verstecken sich Bars wie  die weiße Maus, die Nuri Bar, die Maria Bar, die Polka Bar, der Zuckerclub und in der ganzen Straße verteilt, sitzen die Ladies an den Fenstern die Ladies mit Soul!  Die ganze Hopfenstraße hat Soul! Und es gibt dort einen Club, der immer seinem Motto treu geblieben ist. Soul, Rock n Roll und Punkrock  quillt aus jeder Faser. Eine leicht angeranzte Keller-Kaschemme mit sehr viel Charme und Stil!

Der Beatclub! Vielleicht dem ein oder anderen noch bekannt als Gun Club, besteht die oldschool-Rock n Roll-Bar inzwischen seit fast mehreren Jahrzehnten. Nach einer kurzen Pause, wurde der Beatclub dann im Jahre 2001 endgültig von Andreas Weddig übernommen und hat bis heute Bestand. In der, von Stammgästen auch das U-Boot genannt, gemütlichen Keller-Bar fühlt man sich auf Anhieb wohl und wenn man Glück hat, sitzt plötzlich sogar Lemmy nebenan am Tresen oder die Avengers laden zum Schnaps ein

Nicht selten finden auf der kleinen Bühne im hinteren Bereich auch Live-Konzerte statt! Die Eintrittspreise sind dabei immer mehr als human zwischen 4 und 8 Euro! Man bekommt Bands zu sehen Hautnah die man sonst nicht so oft erleben kann! Von heimischen Bands bis hin zu Bands aus Schweden, Amerika, Australien, Kanada,  England, Deutschland woher auch immer alle lieben den Beatclub!

Es kommt auch mal vor, dass der Beatclub zur Theaterbühne wird, weil statt einer krachigen Band, eine Theatergruppe für Unterhaltung sorgt oder die mysteriösen Dogs d'amour, eine Akustik-Session zum Besten geben. Bands, die in Hamburg zu Gast sind, kommen gerne nach Ihrem Konzert in den Beatclub. Der Beatclub ist keine "Szene-Kneipe", in der Style und Coolness im Vordergrund stehen! Hier herrscht ein Lebensgefühl, das nicht entsteht nur weil man Tattoos, Piercings und bunte Haare vorzeigen kann!

Doch es droht Gefahr!!!

Nachdem bereits das Schanzen-Viertel modernisiert wurde und  zur beinah unerträglichen Juppie-Gegend mutiert ist, haben sich die städtischen Baubehörden und Reichen nun unser St. Pauli vorgenommen! Erstmal wurde, pünktlich zur WM, der Spielbudenplatz auf  Jungfernstieg-Niveau getrimmt, was das geringere Übel ist.

Richtig tragisch wird es dagegen gerade in der Hopfenstraße! Unsere schöne, kleine Straße von der aus man den Hafen sehen kann, wo sich das wahre Leben tummelt, wird dicht gebaut  mit lauter hässlichen Klötzen, Hotels und teuren Apartments! Niemand versteht warum baut man solch möchte-gern-moderne-Bunker, die einen fast erdrücken, in dieses Viertel??? Selbst erfahrene Architekten sagen: Man hätte die Fläche nutzen sollen um kleine Häuser mit grün bewachsenen Innenhöfen anzulegen. Hier muss Leben hin! Das was in der hier passiert, ist der Tod für die Hopfenstraße! Vielleicht sogar der Beginn des Todesmarsches St. Paulis! Wenn man länger darüber nachdenkt, was nun passieren wird, kommt man auf kein anderes Ergebnis, als das früher oder später die komplette Hopfenstraße von den Reichen beschlagnahmt, saniert und für alle Zeiten zerstört wird! Die andere Möglichkeit wäre, dass die Juppies ihr ranziges, lebendiges und verruchtes Gegenüber akzeptieren und zu schätzen wissen, weil das ist St. Pauli! Doch es sieht sehr schlecht aus! Gerüchten zu Folge, werden sogar Pläne geschmiedet, in welchen die Davidstraße zur Fußgänger-Einkaufs-Passage wird! Einige Häuser wurden bereits aufgekauft und sollen saniert werden. Bars müssen schließen und das Feld räumen. Erst vor kurzem wurde der Zuckerklub geschlossen, sowie die Nuri-Bar. Auch das Haus Hopfenstraße 32, in dessen Keller sich der legendäre Beatclub befindet, steht auf der Zwangsverwaltungs-Liste und soll im September versteigert werden. Das Haus zu sanieren wäre zwecklos. Es bleibt nur übrig, die Fassade zu erneuern oder Es komplett abzureißen!  Wer sonst sollte sich also dafür interessieren, wenn nicht die Cyber-Architekten, die eh schon dabei sind, die Hopfenstraße mit Ihren widerlichen Klötzen zu ersticken?! Das Schlimme ist all das wurde und wird nicht mit den Bürgern abgestimmt es wird nicht einmal darüber informiert, erst wenn die Baupläne schon stehen und das Geld bereits fließt. Wir wollen, können und dürfen das nicht zulassen! Wir leben hier! Wir lieben das Leben hier, mit den schwarzen Perlen an den Fenstern, den alten Häusern, der rottigen Atmosphäre, den verruchten Bars  - fernab der Touristen-Meile!

 

Dies ist ein Aufruf! Bitte helft uns, die Hopfenstraße und auch die anderen kleinen Gassen, vor Ihrem grausigen Schicksal zu retten! Wie? In erster Linie, indem man informiert! Einem unwissenden Bürger, kann man alles verkaufen! Wenn wir es nicht versuchen und zusehen, wie sich die Schnösel auch hier breit machen, dann werden Sie sich früher oder später noch mehr Straßen unter den Nagel reißen und St. Pauli wird Untergehen! Es wird nie wieder das sein, was Millionen von Menschen so beeindruckt. Es wird seinen Charme verlieren und leblos einfach daliegen ein kaltes, totes Herz mitten in Hamburg.                                                                                          IF

 

 

 Informationen  unter:  www.beatclubstpauli.de   oder   http://www.myspace.com/beati