Historiker und Archäologen sind ein sehr streitbarer Menschenschlag. Jeder einzelne dieser Zunft hat so ziemlich seine eigene Auffassung wie es damals gewesen sein muss. Wenn dann plötzlich Artefakte auftauchen die nicht ins eigene geschichtliche Bild passen werden sie wegdiskutiert, ignoriert oder für eine Fälschung gehalten.
Es kann halt nicht sein, was nicht sein darf! Und doch steckt hinter jedem Mythos-, hinter jeder Legende auch ein Funke Wahrheit!
Dies läst dann Raum für viele verschiedene Interpretationsmöglichkeiten und man findet immer irgendwas oder irgendwen der eine solche Theorie zuläst oder widerlegt. Gab es eine Sinnflut? Wo liegt Atlantis? Wer hat wann die Pyramiden und die Sphinx erbaut? Gab es tatsächlich Amazonen..? u.s.w.
Aber Moment, Amazonen..?? Genau da schlägt das Herz bei vielen Liebhabern von starken Frauen höher! Sind Amazonen der Fantasie männlicher, Antiker Geschichtsschreiber entsprungen oder gab es sie wirklich? Hunderte Quellen sprechen dafür und genauso viele dagegen. Sicher ist nur eins: Es lässt sich nicht eindeutig Beweisen und es lässt sich nicht eindeutig Widerlegen!

Spekulation läst viel Raum für Fantasie! Gab es lange vor unserer Zeitrechnung einen archaischen Frauenstaat oder Stamm? Einen Staat wo ausschließlich die Frauen das sagen hatten? Einen Staat der von Königinnen regiert wurde und wo das Heer ausschließlich aus Kriegerinnen bestand?
1928 fand man in Zemo-Achvala am Schwarzen Meer, im Kerngebiet der Amazonen ein prähistorisches Grab, in dem ein Fürst mit voller Rüstung und Waffen lag. Genauere Untersuchungen bewiesen, dass das Skelett eindeutig eine Frau war! Eine Amazone..?
Gut Vierzig Jahre später fand man in der Ukraine ebenfalls Grabkammern worin weibliche Kriegerinnen mit Waffen, Schmuck und getöteten Sklaven (?) lagen.
Eine anerkannte Historikerin Marija Gimbutas ging in ihrem Buch: „Die Sprache der Göttin" sogar soweit zu sagen, das es ganze Epoche weiblicher Dominanz in der Zeit, die wir heute als Steinzeit bezeichnen, gab. Nach Marija Gimbutas lebten zwischen 7000 und 4000 zwischen den Karpaten und dem Norden Griechenlands, zwischen dem Adriatischen Meer und dem heutigen Bukarest ein Indogermanisches Volk welches eine Göttin verehrte.
Der Fund zahlreicher sehr ähnlicher Statuen in diesem großen Raum gab ihr die Bestätigung dafür. 97% der Funde waren weiblich, darunter auch Vasen und Tassen: Etliche Tongefäße hatten Brüste und ein Gesicht, auf den Dächern von Tempelmodellen waren wie ein Kamin ein langer Hals und ein weibliches Gesicht angebracht.
Dieses in der Steppe lebende Indogermanische Volk habe es auch als erstes Geschafft wilde Pferde zu domestizieren. (Und träumt nicht auch heute noch jedes junge Mädchen davon ein eigenes Pferd zu besitzen?) Waren die Antiken Amazonen die radikalisierten Reste dieser Göttinnen Kultur?

Komisch ist das schon, das gerade die direkten Nachbarn, die alten Griechen (einige 100 Jahre später) die es vielleicht am eigenem Leib, mit dem Übriggebliebenen der einstigen weiblich dominierten Hochkultur zu tun hatten, ein besonderes Problem mit emanzipierten Frauen hatten.
Etwa 800 v. Chr. taucht das Wort Amazone (die Männischen) zum ersten Mal in geschriebener Form in Homers „Ilias" auf. Es ist Homers Beschreibung eines noch viel weiter zurückliegenden Trojanischen Gemetzels, wo die Amazonen auf Seiten der Trojaner, den Griechischen Pferdesieg fast noch vereitelt hätten. (Kommt leider nix im Film von Wolfgang Petersen davon vor!)
Die griechischen Herrn taten danach also alles, um das streitbare Weib unter die Fuchtel zu bekommen. Im ganzen Mittelmeerraum wurden Frauen von öffentlichen Aufgaben ausgeschlossen und um 600 v. Chr. verloren z.B. die Athenerinnen ihr Mitspracherecht in öffentlichen Angelegenheiten. Auch der Zutritt zu Theater- und Sportveranstaltungen wurde ihnen untersagt.
Taten die Athener und Spartaner dies, weil sie Schiss hatten, die verbliebenen Amazonen würden ihren eigenen Frauen die Flausen in den Kopf setzten, nach denen die Amazonen lebten?
So, und nun lehne ich mich mal richtig weit aus dem Fenster: Was ist, wenn man nun diese Schwarzmeer-Hochkultur, diese eine unbekannte weibliche dominierte Hochkultur mit Atlantis in Verbindung bringt? Die dann mit der Sinnflut (ich meine die Entstehung des schwarzen Meers vor ungefähr 7000 Jahren) unterging..?
Denn wieso sollte uns der gute Plato diese Sachpunkt nicht einfach verschwiegen haben? Wo wir doch jetzt gelernt haben, das die Griechen einen so höllischen Respekt vor dem kriegerischen Weibsvolk hatten, das sie ihren eigenen Frauen einfach alles verboten haben. Wieso soll es damals anders gewesen sein als heute? Was nicht in den Kram passt wird eben ignoriert und verschwiegen!
Toll ..ne..? Wieder ..ne neue Theorie ! Bei manch Historiker werden sich nun die Augen- oder gar die Magenwände verdrehen aber: He, die haben genauso wenig Beweise dagegen wie Raufromantik dafür!

Es gibt eben unbelehrbare Menschen hüben wie drüben und selbst wenn man vom Meeresgrund ein 10000 Jahre altes Ortsschild hochziehen würde wo dick und fett ATLANTIS drauf stehen würde, dann gäbe es immer noch Leute die das widerlegen täten.
DIE WELT IST EINE SCHEIBE! Basta!
Nachtrag:
Was hat das nun alles mit Raufen- und Romantik zu tun? Na ja, nicht viel außer das einige Männer auch heute noch davon träumen mit einer Amazone zu ringen! Und vielleicht erzähle ich beim nächsten Blog davon...
Bis zum nächsten mal
RAUFROMANTIK