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Joshua Tree



Last Updated: 5/22/2009

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Saturday, February 07, 2009 

Current mood:  apathetic

Am vergangenen Dienstag den 3. Februrar war der 50. Todestag von Buddy Holly. Weltweit wurde daran erinnert, wie tragisch sein Tod damals war. Holly war 21 Jahre alt und hatte praktisch erst angefangen sein musikalisches Potential auszuschöpfen. Meine Eltern sind beide große Holly Fans und so bin ich mit seiner Musik und Rock‘n‘Roll im allgemeinen aufgewachsen. Als ich 1977 AC/DC und Punk entdeckte wendete ich mich vollständig von der amerikanischen Musik ab. Rock‘n‘Roll war von gestern und war alt und langweilig.

In einem der besten Hamburger Plattenläden (Schallplatte am Mönkebergbrunnen) entdeckte ich im Winter 1979 die Debut EP der Cramps. Ich wusste kaum etwas über die Band, der Shitbolzen (großartiges Fanzine von Ludwig Karnickel) hatte in einer Ausgabe großes Lob über die Band ausgeschüttet und so kaufte ich mir die EP für 8,90.- DM. Auf der Fahrt nach Hause wurde eingehend das Cover begutachtet: auf der Frontseite die Band in s/w die alle böse in die Kamera blickten. Auf der Rückseite ein Foto einer Liveshow. Man konnte sehen, dass die Band keinen Bassisten hatte und das der Sänger gerade im Publikum unterwegs war. Mysteriös und wild.

Zuhause legte ich die Platte auf und nach den ersten 8 Takten von Human Fly, war mein musikalisches, pubertäres Weltbild auf den Kopf gestellt. Das war lupenreiner Rock‘n‘Roll, aber nicht von der Machart ala Matchbox oder Shakin‘ Stevens oder Ted Herold, nein. Das waren die Gitarren und Melodien der 50er gepaart mit der Energie des Punk. Unglaublich. So eine Wucht und Direktheit haben nur wenige Platten aus der Zeit.

Am Mittwoch den 4. Februar ist Lux Interior, der Sänger der Cramps, im Alter von 62 Jahren nach langer Krankheit in Glendale, CA gestorben. Ungelogen, als ich von seinem Tod las, habe ich geweint. Die Cramps waren vielleicht die wichtigste Band in meinem Leben. Keine andere Band hat so sehr meine musikalischen Vorlieben beeinflusst wie sie. Meine Faszination mit der amerikanischen Kultur der 50er und frühen 60er Jahre ist direkt auf Lux und Ivy zurückzuführen.

Musikalisch waren die Cramps in der ersten Dekade ihrer Karriere eine durchgängig phantastische Band. Da gibt es keine schwachen Songs. Ähnlich wie die Ramones erschufen sich die Cramps ein eigenes Universum, es gab keine andere Band die so klang oder auftrat wie sie. Leider spielten sie in dieser klassischen Phase nie in Hamburg. Wohlgemerkt: in diesen Jahren verzichtete die Band auf einen Bassisten, sondern hatte stets 2 Gitarristen. Informationen über die Band waren rar, Fernsehauftritte gab es keine und so blieben einem nur die Musik und die Cover. Es sind diese ersten 10 Jahre die mich am meisten faszinieren. Mitte der 80er besuchte ich regelmäßig Plattenbörsen um mir Bootlegs der Band zu kaufen. Jede noch so schlechte Liveaufnahme wurde gekauft. Selbst heute noch ist es so, dass ich in einem mir unbekannten Plattenladen erst einmal das Fach der Cramps durchblättere. Immer auf der Suche nach noch mehr Aufnahmen, Demos, Raritäten etc. Inzwischen besitze ich rund 80 bis 100 Tonträger verschiedenster Sorte. Von der ersten Single, die ich für 40 Dollar in New York gekauft habe, bis zur letzten offiziellen Veröffentlichung einer Doppel CD mit Demos von 1977.

Seit ihrem ersten Konzert in der Markthalle in Hamburg am 18. April 1986 habe ich die Band 7 mal live gesehen. Sie waren die erste Band für die ich zu einem Open Air Festival gefahren bin, Northheim 1993 auf einem ekelerregendem Gothic Festival. Egal wie schwach ihre späteren Alben auch waren, live waren sie immer großartig, meistens fantastisch. Lux Interior war der geborene Entertainer und es gibt heute niemanden, absolut niemanden der auf der Bühne so explodiert ist wie er. Auch wenn in den Weinflaschen meist nur Kräutertee war, er war ein Showman durch und durch.

Der Tod von Lux kommt zu früh. Wie gerne hätte ich die Band noch einmal live gesehen. Vielleicht sogar noch einmal mit Kid Kongo Powers als zweiten Gitarristen? So kann ich davon nur träumen. Es gibt bei Youtube eine seltene frühe Liveaufnahme der Band, mit einer Videokamera in einer Irrenanstalt gefilmt. Purer Wahnsinn, pure Energie, purer Rock‘n‘Roll!

Teil 1
http://www.youtube.com/watch?v=yE-Cyak8SOY

Teil 2
http://www.youtube.com/watch?v=9FNR4cjLlnw

R.I.P. Lux!
Currently listening:
Songs the Lord Taught Us
By the Cramps
Release date: 1998-07-17
Wednesday, December 31, 2008 

Current mood:  rockin
Schwierige Kiste so ein Jahresrückblick, das kann ich Euch sagen. Das Urteil, ob 2008 ein gutes oder ein schlechtes Jahr war, ist noch nicht gefällt. Die positiven Eindrücke überflügeln wie immer im nostalgischen Blick, die negativen Dinge die sich im Lauf eines Jahres ereignet haben. Ein paar Momente der vergangenen 366 Tage werden für den Rest des Jahres auf der Gedächtnis-festplatte abgespeichert. Die Geburtstagsparty die 'meine' Studis für mich organisiert haben, eine Lebensmittelvergiftung bei 38° im Schatten, dass erste Mal 'Superbad' sehen und vor lachen vom Sofa fallen... So, diesmal nicht so viel Text wie im letzten Jahr, viel Spaß beim lesen.

MUSIK
01 Fleet Foxes - Fleet Foxes
02 Pete Molinari - A Virtual Landslide
03 Oasis - Dig Out Your Soul
04 Glasvegas - Glasvegas
05 Nada Surf - Lucky
06 Duffy - Rockferry
07 Bowerbirds - Hyms For A Dark Horse
08 The Duke Spirit - Neptune
09 Al Green - Lay It Down
10 Laura Marling - Alas I Cannot Swim
11 Emmylou Harrs – All I Intended To Be
12 Willy Vlautin – A Jockey's Christmas
13 Ray LaMontagne – Gossip In The Grain
14 Gary Louris – Vagabounds
15 Calexico - Carried To Dust


LIEDER
01 Pete Molinari – Sweet Louise
02 Duffy – Distant Dreamer
03 Scarlett Johannsson – Falling Down
04 Stars – 14 Forever
05 Nicole Atkins – Neptune City
06 Glasvegas – Geraldine
07 Fleet Foxes – White Winter Hymnal
08 Oasis – I'm Outta Time
09The Wrights – Rewind
10 The Bowerbirds – Olive Hearts
11 Laura Marling – Ghosts
12 Lucinda Williams – If Wishes Were Horses
13 Vampire Weekend – Mansard Roof
14 Conor Oberst – Sausalito
15 Al Green – No One Like You


Ein durchwachsenes Musikjahr. Die Fleet Foxes überstrahlten alle anderen Veröffentlichungen. Allerdings muss ich zugeben, dass 2008 ein Jahr 'back to my roots' war. Ich habe vielleicht nur ein Drittel meiner Zeit mit neuer Musik verbracht und wirklich sehr viel Rockabilly, R&B, Northern Soul und Country gehört. Am Anfang des Jahres beschloss ich wenn irgend möglich Neuveröffentlichungen nur noch auf Vinyl zu kaufen, was mir auch fast immer gelang. Da ich sowieso 90% meiner Musik über meinen iPod oder MacBook höre, erschien es mir schlichtweg blödsinnig weiterhin CD's zu kaufen. Bei iTunes wurde auch regelmäßig eingekauft, dort gab es das Willy Vlautin 'spoken word' Album bereits eine Woche vor der regulären Veröffentlichung in den Staaten. Warum wir in Deutschland allerdings immer noch auf das Debutalbum von Ripchord warten müssen, leuchtet mir nicht so recht ein.


FILME
01 Anton Corbijn – Control
02 PT Anderson – There Will Be Blood
03 James Mangold – 3:10 To Yuma
04 Joel & Ethan Coen – No Country For Old Men
05 Greg Mottola - Superbad
06 Wes Anderson – The Darjeeling Limited
07 Sydney Lumet – Before The Devil Knows You're Dead
08 Ben Afleck – Gone Baby Gone
09 Tim Burton – Sweeney Todd: The Demon Barber Of Fleet Street
10 Johnnie To – Mad Detective
11 Martin McDonagh - In Bruges
12 Michael Davis - Shoot 'Em Up
13 Steven Spielberg – Indiana Jones And The Kingdom Of The Crystal Skull
14 Scott Frank – The Lookout
15 Christopher Nolan – The Dark Knight


Ein schwaches Filmjahr, Blueberry Nights war so schlecht wie noch kein anderer Wong Kar Wei Film. Selbst solche Favoriten wie die beiden Andersons kriegen keine durchweg guten Filme mehr hin. Vor allem Wes Anderson muss sich dringend etwas Neues einfallen lassen. Nach zwei wirklich missratenen Filmen zaubern die Coens einen kleinen, fiesen Thriller im Geiste von 'Blood Simple' und räumen damit bei den Oscars richtig ab, sehr schön! Die größte Überraschung war für mich 'Superbad' aus dem Judd Apatow Umfeld. Ich würde mal sagen, hier haben wir den besten Highschool Film seit 'Heathers', großartig.


KONZERTE
01 Kiss – Color Line Arena
02 Ian Brown – Grünspan
03 Nada Surf – Grünspan
04 The Dickies – Hafenklang Exil
05 Stray Cats - Stadtpark
06 Michael J Sheedy – Knust
07 Cherry Poppin' Daddies – Hafenklang Exil
08 Hanson Brothers – Fabrik
09 Al & the Black Cats – Hafenklang Exil
10 The Clientle – Prinzenbar


Ein schwaches Konzertjahr, ich komme gerade einmal auf eine Top 10. Meist fehlte mir die Motivation mich aufzuraffen. Wieso allerdings am 4. Juni gleichzeitig sowohl Kiss, als auch the Duke Spirit und die Fleet Foxes spielen müssen, ist nur mit negativen kosmischen Energien zu erklären. Ich entschied mich für die heisseste Band der Welt und wurde nicht enttäuscht.


JA
Die Resterampe von Amazon macht mich arm.
Blu Ray ist ein Kracher.
Deutschland – Portugal bei der EM, und NED-ITA & NED-FRA.
Neues 17 Zoll MacBook Pro, schneller geht’s nicht
Die Hinrunde 08/09 des HSV.
Geburtstagsparty / Betriebsausflug / Abschiedsparty / Weihnachtsparty mit der LIQ Crew.
Rolling Stone Forumstreffen in Münster.
Urlaub im September, besonders die Zeit in Arizona und Colorado, nicht so sehr die
Willy Vlautin bekommt die Anerkennung die er verdient.
Lebensmittelvergiftung in Moab.
Zwei Tage vor dem Jahresende endlich NASN!
Berlin Trip im April.
The Wire ist die beste Copserie aller Zeiten, word!
UV wird Staatsrat, sein Nachfolger ist klasse und wir ziehen um
Barack Obama wird zum Präsidenten der USA gewählt, mit atemberaubender Mehrheit.
M13 vom Chinesen um die Ecke.
Mein Renault Clio ist ein würdiger Nachfolger für meinen geliebten Peugeot 205.
Vinyl Revival: ich habe exakt 2 CDs (und 4 CD Box Sets) gekauft, den Rest nur auf dem schwarzen Gold, klingt besser.
Der Datenzerstörungsbunker im Beltgens Garten 25.
Nat Nast Hemden.
Die Hard Case Crime Paperbacks sind einfach göttlich.


NEIN
Die Niedertracht und Feigheit einzelner Kolleginnen, keinen Respekt für dieses Pack!
Der Zustand der SPD in Hamburg, Hessen und überhaupt.
Das so jemand wie Sarah Palin beinahe Vizepräsidentin der USA geworden wäre... unglaublich.
Die Olympischen Spiele in Peking sind eine seltsam leblose, langweilige Angelegenheit.
Das die EM emotional nicht so ein Ereigniss werden würde wie die WM war schon im Vorfeld klar. Der dargebotene Fussball war meist langweilig.
Lungenembolien im August.
Gerade lieb gewonnene Kollegen verlassen die Abteilung.
Weltwirtschaftskrise, der Euro fällt von $ 1.58 auf $ 1.34 kurz vor meinem Urlaub.
Apple entwickelt sich in eine falsche Richtung, Spiegeldisplays anyone?
Vancouver ist nicht mehr Vancouver.
Der Hoffenheim Hype.


ABWARTEN
Im April nach Nashville, Memphis und New Orleans.
Ein Titel für den HSV.
Den internen Arbeitsmarkt der Stadt Hamburg genauer studieren.
Ein neues Album von Richmond Fontaine.
Mehr Gesundheit für Alle.


AUF WIEDERSEHEN
Jody Reynolds, Eddy Arnold, Paul Newman, Jules Dassin, Bettie Page, Maila 'Vampira' Numi, Richard Widmark, Yma Sumac, Barry Bonds Bock, Charlton Heston, Ken Nelson, Roy Scheider, Bo Diddley, Yves Saint Laurent, Thomas Dörflein.
Currently listening:
Honey Hush
By Johnny,Trio Burnette
Release date: 2008-01-25
Sunday, May 04, 2008 

Current mood:  mellow
Da ist er nun: der Nachfolger der Legende!!! Mein neues Auto, ein Renault Clio 1,4 Baujahr 2001. Fünfundziebzig Pferdestärken. Taubengraumetallic. Amtliches Kennzeichen HH-RS 1231. (RS= Rolling Stone oder RamoneS) Knapp 20.000 km auf dem Buckel, durch einen glücklichen Umstand für kleinstes Geld erstanden.

Am Anfang gewöhnungswürdig, aber langsam vertieft sich unsere Beziehung. Er ist schneller, leiser und komfortabler als der 205. Die eingebauten Lautsprecher waren allerdings eine Zumutung und wurden am ersten Maiwochenende gegen eine hochwertige Soundanlage ausgetauscht.

Wenn man 18 Jahre lang das gleiche Auto fährt, schaut man sich halt nicht nach anderen Kandidaten um, aber ich glaube das wird was mit uns beiden. Der Wiederkennungswert ist noch nicht so hoch: mir ist es bereits zweimal passiert, dass ich auf dem Parkplatz nach einem schwarzen Auto gesucht habe. Aber dafür gibt es ja den Fernbedienungsschlüssel.

Sunday, April 13, 2008 

Current mood:  sad
Ich werde es nie vergessen, damals im August 1990. Ich kam nach Hause und Du warst da. Peugeot 205 HH SV 274. Mein treuer Weggefährte auf 61.586 Kilometern. Du warst mit mir in Paris, Haldern, Greifswald, Aarhus, Bad Hersfeld, Berlin und Gelsenkirchen. Unendliche Stunden bin ich mit Dir ziellos durch Hamburg gefahren. Ganze Nächte haben wir allein oder zu zweit verbracht. Nun hast Du ein neues Zuhause gefunden, Rheine in Westfalen.

Ich wünsche Dir für die Zukunft nur das Beste, mein Freund.

Wednesday, January 02, 2008 

Current mood:  catalyzed
Geliebt, gehasst, ignoriert. Hier ist mein Jahresrückblick auf das vergangene Jahr.

Insgesamt ein sehr gutes Jahr übrigens. War ich vor einem Jahr an gleicher Stelle niedergeschlagen und wenig motiviert, blicke ich mit einem Lächeln im Gesicht auf 2007 zurück. Danach sah es in den ersten Monaten überhaupt nicht aus, waren diese doch fast ausschliesslich von Frustration, starker Arbeitsbelastung und einer schier unendlichen Aneinanderreihung von Krankheiten geprägt. Vielleicht musste es so kommen, denn danach war (fast) alles Friede, Freude, Eierkuchen. Ungeahnte Energien wurde freigesetzt und viele schöne Momente reihten sich aneinander.

Um die geneigte Leserschaft nicht komplett mit einem Informationsoverkill zu überfordern, werde ich mich im ersten Teil nur mit Musik beschäftigen. Sie nahm einen Grossteil meiner Zeit jenseits der Arbeit ein und soll auch entsprechend gewürdigt werden.



Die besten Alben 2007
01. Richmond Fontaine - Thirteen Cities
02. Ryan Adams - Easy Tiger
03. Dolorean - You Can't Win
04. the Redlands Palomino Company - Take Me Home
05. the Coral - Roots & Echos
06. Richard Hawley - Lady's Bridge
07. the View - Hats Off To The Buskers
08. Mark Olson - The Salvation Blues
09. Wilco - Sky Blue Sky
10. Lucinda Williams - West
11. Arctic Monkeys - Favorite Worst Nightmare
12. the Maccabees - Colour It In
13. Teddy Thompson - Upfront And Down Low
14. Patrick Cleandenim - Baby Comes Home
15. Merle Haggard – The Bluegrass Sessions

Ein famoses Jahr für Musik! Letzes Jahr hatte ich Probleme eine Top 10 zusammen zustellen, dieses Jahr hätte es für eine solide Top 25 gereicht, vergleichbar mit 2005. Das Richmond Fontaine mit dem dritten Album in Folge die Liste anführen, ist selbst für mich als Ober-Fan überraschend. Anfangs wurde ich mit 13 Cities nicht so richtig warm. Der Einfluss von Calexico und Arizona war mir zu deutlich und verdeckte ein wenig die unnachahmlichen Qualitäten der Band. Erst als ich die meisten Songs live im Haus 73 gehört habe, sah ich, dass es ein pures RF Album ist und mit „Ghost I Became" vielleicht ihr allerbester Song überhaupt auf dem Album ist. Die nachträglich veröffentlichte EP mit weiteren Songs von den Sessions ist natürlich auch empfehlenswert. Kaufbefehl.

Ryan Adams hat viel Kritik für sein sehr eingängiges Album einstecken müssen, trotzdem ist Easy Tiger eines seiner insgesamt gelungensten Alben, da die Songauswahl auf gleichbleibend hohem Niveau ist. Hier werden keine Songfragmente die ihm eben bei der Zigarettenpause eingefallen sind verarbeitet, sondern fast ausschliesslich Songs die sich schon länger im Repertoire der Cardinals befinden. Vielleicht die Platte die ich im vergangenen Jahr am häufigsten von Anfang bis Ende durchgehört habe. Allerdings fehlt so ein Übersong wie „A Kiss Before I Go" oder „Please Do Not Let Me Go". Der Sound des Albums ist allerdings unter aller Kanone, hier wird ALLES in den Vordergrund gemischt und mit Kompressor jede vorhandene Nuance glattgebügelt, schlimm.

Mit Dolorean und der Redlands Palomino Company sind zwei auch für mich völlig unbekannte Bands in der Top 10 vertreten. Das Dolorean Album ist vielleicht die schönste und zerbrechlichste Platte des Jahres, leicht schwebende Gitarren begleitet von klarem Gesang, besonders für kalte Dezembernachmittage geeignet. Der Redlands Palomino Company aus London könnte man vorwerfen, dass man nicht mit einer Note erkennt, dass es sich um keine Band aus Louisiana oder North Dakota handelt. Dafür sind ihre Songs so unglaublich catchy und jangly, dass es einem egal ist. Man sieht, die GP – Jayhawksformel funktioniert immer noch. Das neue Album von Mark Olson ist für mich sein bestes seit langer Zeit. Durchgängig gutes Songwriting, weg vom Folksound der Creekdippers, zurück zu den Wurzeln. Die Trennung von Victoria Williams hat ihm gut getan, welches man auch bei den Konzerten im November sehen konnte.

Aus England kommen mit the View und den Maccabees zwei vielversprechende Nachwuchsbands, deren Alben über weite Strecken viel Spass machen. Wollen wir hoffen, dass ihre zweiten Alben ähnlich gut werden wie Favorite Worst Nightmare von den Arctic Monkeys, welches noch besser als das Debut der Band ist.



Die grössten Enttäuschungen:
Maximo Park, New Pornographers, Bright Eyes, Jesse Malin und auch Arcade Fire wussten nicht so richtig zu überzeugen. Vor allem Maximo Parks zweites Album war an Einfallslosigkeit kaum zu übertreffen. Passte damit aber auch in eine Reihe mit unzähligen Gitarrenbands die man nach einem Monat schon wieder vergessen hatte: Voxtrot, Little Man Tate, Rumble Strips. Allesamt ödes Geschrummel ohne Inspiration. Kaum in der iTunes Bibliothek beheimatet wurde es schon wieder von der Festplatte entfernt.

Die unbegreiflicherweise überall abgefeierte Neon Bible von Arcade Fire litt unter der schlechten Produktion und den allzu einfallslosen Arrangements, live profitierten die Songs nämlich allesamt von den Stärken der Band (Dynamik, Euphorie und Bombast) und waren um Längen besser. Hier besteht aber, im Gegensatz zu Maximo Park, die Hoffnung das ein drittes Album wieder sehr gut sein könnte.

Ansonsten wurden öde Hypebands wie jedes Jahr durch die Medien gehetzt die kein Mensch braucht: Cold War Kids, !!! oder Architecture In Helsinki. fallen mir dazu ein. Schlimm wird es allerdings wenn solche ehemals ganz annehmbaren Bands wie Clap Your Hands Say Yeah, ein so grottiges Zweitalbum veröffentlichen, dass man das Debut anschliessend nicht mehr anhören kann.

Ausser Konkurrenz, da schon letztes Jahr veröffentlicht, daher kein Ranking:
Malajube - Trompe L'Oeil
Amy Winehouse - Back To Black
The Hold Steady - Boys And Girls In America
Patrick Watson - Close To Paradise

Alles Alben die ich sehr gerne mag. Frau Winehouse ist zwar ein ähnlich unappetitlicher Charakter wie Pete Doherty, aber dass sollte niemanden davon abhalten dieses wunderbare Album zu besitzen. Auch wenn ich manchmal das Gefühl habe, Amy ist die Sade der Naughties, in zwei Jahren schämt man sich dafür.

Unbedingt erwähnen muss ich an dieser Stelle, dass Debutalbum von Jarvis Cocker, dass erst spät im letzten Jahr auftauchte, aber erst im Januar seine ganze Magie bei mir entwickelte. Das Konzert war ein grandioses Comeback, dass hoffentlich nicht schon wieder beendet ist und Herr Cocker nur noch auf der Suche nach Leberpastete durch Paris schweift, sondern fleissig neue Songs schreibt.



Empfehlenswerte Wiederveröffentlichungen/Archivfundstücke:
Gram Parsons - Archive Volume 1
Merle Haggard - Hag (Complete Studio Recordings 69-76)
George Jones - She Thinks I Still Care (Complete United Artists Recordings)
The Flaming Lips - UFO's At The Zoo (live)
Young Marble Giants - Collosal Youth
Magnolia Electric Co. - Soujoneur

Da ihr ja immer nur auf die neuesten Trends wartet und mit „alter" Musik nichts anfangen könnt, spare ich mir weitere Erörterungen.

Die Besten Konzerte
1. Richmond Fontaine - Music Star, Norderstedt
2. Ryan Adams and the Cardinals - Arena, Berlin
3. Wilco - Grosse Freiheit, Hamburg
4. Jarvis - Grosse Freiheit, Hamburg
5. the Waterboys - Haldern Festival
6. the Coral & Arctic Monkeys - Stadtpark, Hamburg
7. Malajube - Haldern Festival
8. the View - Haldern Festival
9. The Enemy - St. Pauli Vereinsheim, Hamburg
10. Mark Olson - Music Star, Norderstedt
11. Ripchord - Haldern Festival
12. Duke Special – Haldern Festival
13. Endrick Brothers – Grüner Jäger, Hamburg
14. Jesse Malin – Knust, Hamburg
15. Hobotalk – Music Star, Norderstedt

Puh, was für ein aufregendes Konzertjahr. Absolutes Highlight war das Festival in Haldern, wo ich an vier Tagen zwar nur 12 Stunden geschlafen habe, dafür aber viele tolle Konzerte erleben durfte. Da fielen die handvoll Bands mit denen man nichts anfangen konnte kaum ins Gewicht. Die zwei ausführlichen Blogeinträge kennt Ihr ja hoffentlich, wenn nicht: Pflichtlektüre.

Richmond Fontaine dürfen nie wieder in Hamburg spielen, sondern sollten immer im Music Star spielen. Das Konzert im Haus 73 Ende Februar war viel zu kurz, da niemand der Band gesagt hattte, dass Konzerte bereits um halb elf zuende sein müssen. Dafür spielte die Band in Norderstedt so eine verdammt lockere, zwei Flaschen Bourbon wurden auf der Bühne entleert, und knochentrockene Show, dass mir beim verfassen dieser Zeilen die Tränen kommen. Krankheitsbedingt musste ich die Einladung zum gemeinsamen Essen leider absagen, eine Umstand der mir heute noch weh tut.



Wenn dieser Abend im wunderbaren Music Star nicht so gottverdammt einmalig gewesen, wäre bestimmt das Ryan Adams and the Cardinals Konzert in Berlin die Nummer eins. Schon alleine der Umstand für ein Konzert 300 km zu reisen, lastet natürlich eine hohe Erwartungshaltung auf solch einem Ereigniss. Das Hotel war überbucht, das Wetter ziemlich feucht und die Halle wurde im Vorfeld als ausrangierte Buswerkstatt angepriesen.

Aber als die Cardinals dann für fast zweieinhalb Stunden im halbdunklen auf der Bühne standen, war es ein unglaublich beeindruckender Event. Adams inmitten seiner Burg aus Verstärkern, Gitarren und Keyboards war völlig mit seiner Musik beschäftig und beachtete das Publikum nur höflichkeitshalber. Egal. Lieber so, als geschwätzig und musikalisch beliebig wie an manch anderen Abenden der Tournee. Die erste Hälfte verfolgte man gefesselt im sitzen, die zweite Hälfte stand man mit offenem Mund vor der Bühne und lauschte. Anschliessend wurden noch am Prenzlauer Berg ein paar Becks vernichtet und als man gegen 4 ins Bett fiel, pochte das Herz voller Adrenalin und man konnte nicht schlafen, weil man noch so sehr im Bann der Gitarrenläufe war.



Ähnliche Glücksmomente bescherten einem Wilco ein knappes halbes Jahr vorher in der Grossen Freiheit in einem dieser unsäglichen Wochenendkonzerte die bereits um sieben anfangen. Als man gegen 10 auf die Strasse trat war es draussen noch hell und man konnte gar nicht glauben was man da gerade gesehen hatte. Jeff Tweedy hat gelächelt, Witze gemacht und getanzt. Unglaublich. Erst die Meldung das der FC St. Pauli aufgestiegen war, lies einen in die Realität zurückkehren.

Der Sommer wurde durch mehrere Konzerte im Stadtpark verschönert, wo man sich zu gepflegten Getränken traf um den Konzerten von Mando Diao, Avril Lavigne oder den Rolling Stones zu lauschen. Tolle Idee, wird 2008 hoffentlich fortgesetzt.

Die enttäuschensten Konzerte:
1. Bob Frank und John Murry - Music Star, Norderstedt
2. Frank Black - Prinzenbar, Hamburg
3. Lucinda Williams - Fabrik, Hamburg
4. Arctic Monkeys – PNE Forum, Vancouver
5. Ghost - Haldern Festival

Über geistig Behinderte soll man ja keine bösen Bemerkungen machen, aber was Bob Frank und John Murry im Vorprogramm von Richmond Fontaine abzogen, hatte was von mongoloidem Country. Ungestimmte Gitarren, wirres Gefasel. Da wurde vor dem Konzert wohl mächtig an so einer Haferzigarette gezogen. So still habe ich selten im Music Star das Publikum erlebt. Als ich die beiden Schwachköpfe in Ihrem Blog auf die Ereignisse ansprach, wurde ich wüst beschimpft und gleich gegen Deutsche gemeckert, die ja sowieso die Amis hassen würden. Als sich noch andere Leute einschalteten, die von ähnlich katastrophalen Auftritten berichteten, wurde der Blog geschlossen. Da hatte wohl jemand Angst zuhause bei Frau und Kind Rechenschaft ablegen zu müssen. Was soll man allerdings auch von jemandem erwarten, der es schafft Willy Vlautin so wütend zu machen, das dieser sanftmütige Mensch zu gewaltätigen Auseinandersetzungen hinreissen lässt. Die beiden Trottel wurden dann irgendwann aus dem Tourbus geworfen, als sie den 50 Jahre alten Fenderverstärker von Dave Eccles einfach irgendwo haben stehen lassen.

Auf die anderen Konzerte will ich nicht näher eingehen, man hatte halt mehr erwartet. Entweder war es musikalisch unterirdisch wie bei Frank Black oder Ghost, oder die Erwartungen waren einfach zu hoch um eingelöst werden zu können wie bei Lucinda Williams.

Die besten Songs des Jahres:
1. Richard Hawley – Lady's Bridge
2. the Coral – Jacqueline
3. Richmond Fontaine – Ghost I Became
4. the Spires – I Know Less Than I Did At The Start
5. Redlands Palomino Company – Wasted On You
6. the Monks Kitchen – Bringing Hurricanes
7. the Maccabees – Precious Time
8. Shout Out Louts – Impossible
9. Wilco – You Are My Face
10. Candie Payne – One More Chance
11. Cherry Ghost – 4 AM
12. Jim White – A Town Called Amen
13. Oakley Hall – Marine Life
14. GoodBooks – Passchaendale
15. Ripchord – My Precious Valentine

Dabei wollen wir es belassen. Im zweiten Teil meines Rückblicks werden dann die restlichen Geschehnisse des Jahres aufgearbeitet. Von Knuth bis Huub Stevens wird alles vertreten sein. Freut Euch drauf.

Currently listening:
Thirteen Cities
By Richmond Fontaine
Release date: 22 May, 2007
Tuesday, November 13, 2007 

Current mood:aufgelistet
Liebe Leserschaft,
bevor dieser Blog völlig einschläft, betreibe ich mal ein wenig Doppelverwertung und veröffentliche meinen Lieblingsalben. Eigentlich verändert sich sowas ja im Lauf der Zeit konstant, aber ich würde schon sagen, dass ich zu allen hierhier aufgelisteten Alben eine enge persönliche Beziehung habe und zu jedem Album eine Anekdote parat habe. Freue mich, wie immer, auf ein reichhaltiges Feedback!

01. Gram Parsons - GP
02. Prefab Sprout - Jordan: The Comeback
03. the Waterboys - This Is The Sea
04. Ramones - It's Alive!
05. the Cramps - Psychedelic Jungle
06. Gram Parsons - Grievous Angel
07. Dexys Midnight Runners - Too-Rye-Aye
08. Richmond Fontaine - Post To Wire
09. The Clash - London Calling
10. Van Morrison - It's Too Late To Stop Now!

11. the Jayhawks - Tomorrow The Green Grass
12. Prefab Sprout - Steve McQueen
13. the Specials - The Specials
14. the Flaming Lips - The Soft Bulletin
15. Fehlfarben - Monarchie Und Alltag
16. Dexys Midnight Runners - Searching For The Young Soul Rebels
17. Ryan Adams & the Cardinals - Cold Roses
18. the Cowboy Junkies - The Trinity Sessions
19. Orange Juice - You Can't Hide Your Love Forever
20. Meat Loaf - Bat Out Of Hell

21. the Human League - Dare
22. the Revillos - Rev Up!
23. the Pixies - Surfer Rosa
24. the B-52's - Play Loud
25. Oasis - (What's The Story) Morning Glory?
26. David Bowie - Heroes
27. Pulp - Different Class
28. Aztec Camera - High Land, Hard Rain
29. the Sonics - Boom!
30. Julee Cruise - Floating Into The Night

31. Richmond Fontaine - The Fitzgerald
32. AC/DC - Let There Be Rock
33. the Flying Burrito Brothers - Gilded Palaces Of Sin
34. R.E.M. - Document
35. Blondie - Eat To The Beat
36. the Undertones - The Undertones
37. Kraftwerk - Trans Europa Express
38. ABC - The Lexicon Of Love
39. the Byrds - Sweetheart Of The Rodeo
40. the Sonics - Here Are The Sonics

41. the Strokes - Is This It?
42. Big Star - 1 Record
43. Turbonegro - Apocalypse Dudes
44. the Cramps – Songs The Lord Taught Us
45. Orange Juice - Rip It Up
46. Arcade Fire - Funeral
47. the Pogues - Rum, Sodomy And The Lash
48. Richard Hawley - Coles Corner
49. Cheap Trick - At Buddokan

50. Toots and the Maytals - Live in London
51. Ryan Adams - Gold
52. the Long Ryders - Native Sons
53. the Psychedelic Furs - Mirror Moves
54. the Walker Brothers - Take It Easy With The Walker Brothers
55. David Bowie - Young Americans
56. Blondie - Parallel Lines
57. Lloyd Cole & the Commotions - Rattlesnakes
58. Merle Haggard - My Tribute To The Best Damn Fiddle Player In The World
59. Rocket From The Crypt - Scream, Dracula, Scream
60. Steve Earle & the Del McCoury Band - The Mountain

61. Young Marble Giants - Young Marble Giants
62. Lucinda Williams - Car Wheels On A Gravel Road
63. the Human League - Reproduction
64. Julie London – Julie Is Her Name
65. Scott Walker - Scott 2
66. Punishment Of Luxury - Laughing Academy
67. Nancy Sinatra & Lee Hazlewood - Nancy & Lee
68. the Barracudas - Drop Out With The Barracudas
69. AC/DC - Powerage
70. Bob Dylan - Highway 61 Revisited

71. UB 40 - Signing Off
72. Daniel Lanois - Acadie
73. the Smiths - The Queen Is Dead
74. Emmylou Harris - Roses In The Snow
75. the Dickies - The Incredible Shrinking Dickies
76. Jonathan Richman - Jonathan Sings!
77. Kolossale Jugend - Heile Heile Boches
78. the Ruts - The Crack
79. Whiskeytown - Pneunomina
80. Altered Images - Bite

81. Oasis - Definitely Maybe
82. the Cure - Seventeen Seconds
83. Porter Wagoner - The Cold Hard Facts Of Life
84. Devo - Q: Are We Not Men? A: We Are Devo!
85. the Beat - I Just Can't Stop It
86. George Jones - My Tribute To Hank Williams
87. Supercharger – Goes Way Out!
88. Yeah, Yeah, Yeah's - Fever To Tell
89. Nitty Gritty Dirt Band - Will The Circle Be Unbroken

90. Neil Young And Crazy Horse - Ragged Glory
91. the Selecter - Too Much Pressure
92. Sex Pistols - Never Mind The Bollocks
93. Pearl Jam - Ten
94. the Go-Betweens - Tallulah
95. Midlake - The Trials Of Van Occupanther
96. R.E.M. - Life's Rich Pageant
97. the Specials - More Specials
98. Mercury Rev - All Is Dream
99. Ray Lamontagne - Trouble
100. Rose Tatoo - Rose Tatoo

Eine Liste mit meine Lieblings Compilations und Samplern folgt demnächst exklusiv an dieser Stelle.
Currently listening:
Gram Parsons Archive, Vol. 1
By Gram Parsons
Release date: 06 November, 2007
Monday, August 20, 2007 

Current mood:  content
Nach etwa 4 Stunden Halbschlaf war es am Samstag so heiß in meinem Zelt, dass an Schlaf nicht mehr zu denken war. Außerdem hatte in der Nachbarschaft jemand die glorreiche Idee gehabt ein Helge Schneider Hörbuch in ohrenbetäubender Lautstärke laufen zu lassen. Abermals machte ich mich auf den Weg zu den Mobilduschen und musste diesmal allerdings gut eine halbe Stunde für das erfrischende Nass anstehen.



Danach wurde sehr ausgedehnt gefrühstückt und gleich im Anschluss der Grill angeworfen um die Nackensteaks zur Ehre des Sterneverteilers und Pflanzenfreundes WD auf den Grill zu werfen. Auch als Toaster eignete sich der Grill. Dazu gab es dann auch schon das erste Becks des Tages und anschließend vertrieb man sich ein wenig die Zeit, da die erste interessante Band des Tages nicht vor 16 Uhr auf der Hauptbühne stehen würde. Auf dem Weg zum Festival stellte ich fest, dass ich mein Handyguthaben schon komplett aufgebraucht hatte. Ein Handy ist, selbst bei einem so übersichtlichen Festival wie dem Haldern, ein überlebensnotwendiges Werkzeug um die Kommunikation aufrecht halten zu können.

Als wir gegen halb Vier noch die letzten beiden Songs von Friiska Viljor hörten, wussten wir das wir nichts verpasst hatten. Skandinavische Hippies die langweilten. Vor der Bühne wurde die bewährte erste Reihe besetzt und erst da bemerkten wir, wie heiß es in der prallen Sonne war. Wir fühlten uns wie die zuvor verspeisten WD-Steaks. Ich hatte mir schon am Tag vorher einen leichten Sonnenbrand geholt und war diesmal schlauer und mit Sonnenbrille und Sonnencreme ausgestattet aufs Gelände gekommen.

Voxtrot waren die einzige amerikanische Band des gesamten Festivals an die ich mich erinnern kann. Die texanische Band macht schnellen, schnörkeligen Gitarrenpop, der auch aus England Anfang der Achtziger stammen könnte. Sympathisches Auftreten und souveränes Auftreten konnten aber für meinen Geschmack nicht von den musikalischen Mängeln ablenken. Es schien so, als würde jeder Song mindestens eine Strophe zu lang sein, oder als wäre diese oder jene Idee einfach zu viel. Mir zu verspielt; dem Publikum gefiel es offensichtlich, da ein Slip in Richtung Bühne geworfen wurde, der sein Ziel aber um ein paar Meter verfehlte. Vielleicht der einzige Moment an dem die böse dreinblickenden Ordner so etwas wie ein Lächeln auf den Lippen abzulesen war.



Nach dem Auftritt von Voxtrot hatten wir uns mit einem Freund aus Hamburg vor dem Spiegelzelt verabredet und verbrachten da im kühlenden Schatten bei ein paar Bier und angeregter Unterhaltung eine nette Stunde. Anschließend gingen wir zurück auf das Festivalgelände um uns Malajube anzusehen. Viel wusste ich nicht von dieser Band aus Montreal, außer daß der Rolling Stone ihre Platte mittelmäßig fand und das sie französisch singen. Ich bin ja allen Dingen aus Canada positiv aufgeschlossen und wurde nicht enttäuscht. Da standen fünf bis unter die Stirnbänder zugekiffte Typen auf der Bühne und machten einen unglaublichen Krach.



Anfangs noch ein wenig distanziert sog uns die Musik wieder in die erste Reihe wo ich abrockte wie seit Jahren nicht mehr. Musikalische Vergleiche sind immer problematisch, aber ich fühlte mich an At The Drive In, die frühen Mercury Rev und Faith No More erinnert. Aber trotzdem haben Malajube etwas sehr eigenes, ein gutes Gefühl für Melodien und streckenweise sehr schönen zweistimmigen Gesang. Ihre Songs nehmen immer unvorhersehbare Wendungen, Tempowechsel und Intensität. Und genau in dem Moment in dem man denkt jetzt geht alles im Chaos unter, kriegt die Band die Kurve und haut einem so unglaubliche Melodien und Hooks um die Ohren, daß man einfach nicht mehr zu lächeln aufhören kann und entzückt die Arme in die Luft wirft.



Dass ich ihr Konzert im September in Hamburg verpasse, ärgert mich dann doch, denn ich könnte mir vorstellen, dass die Band in einem Club einfach unglaublich sein muss. In Haldern, hatte ich den Eindruck, war der Rest des Publikums nicht so begeistert. Es wurde zunehmend leerer vor der Bühne. Die Band selbst könnte noch das ein oder andere Seminar in optimaler Publikums-Kommunikation vertragen, mischten sie doch ihre Ansagen fröhlich auf englisch und französisch durcheinander und verwirrte so den Mob. Aber dieses Verhalten schieben wir einfach mal dem offensichtlichen Genuß von zuviel Weed zu. Die allgegenwärtigen Fernsehkameras des WDR wurden wohl des öfteren auf euren Berichterstatter gehalten, dass könnten peinliche Bilder werden. Nach einer knappen dreiviertel Stunde war dann Schluss und ich völlig kaputt.

Das erste Mal an diesem Wochenende verspürte ich so was wie einen Overkill an Eindrücken und eine gewisse Reizüberdosis. Die von mir ohnehin verschmähten Architecture In Helsinki fanden ohne uns statt. Schnell etwas gegessen und ein wenig vor dem Spiegelzelt gesessen. Irgendwie war die Luft raus. Ich zog mich alleine ein wenig zurück und hörte mir aus dem Schatten der Bäume heraus Loney, Dear aus Schweden an. Der Beginn des Konzertes hatte die Züge einer öffentlichen Probe und die im Vorfeld versprochene Verzückung wollte sich bei mir dann so gar nicht einstellen. Hier standen offensichtlich sehr ernsthafte, sehr gute Musiker auf der Bühne denen es nicht gelang mir auch nur im Ansatz zu vermitteln warum sie nicht im Kellerstudio geblieben sind.



Da es merklich kühler wurde, ging ich zu meinem Zelt um mir meine Jacke zu holen. Auf dem Campingplatz tobte der Bär. Die versammelte debile Dorfjugend der umliegenden Ortschaften schien sich hier versammelt zu haben um heute richtig einen drauf zu machen. Hier muss ich mich fragen, ob dies von den Veranstaltern so gewünscht ist. Mehrere Autos vollgepackt mit Leuten die eher Flatrate saufen, als an Musik Interessierten fuhren fröhlich auf dem Campingplatz auf und ab. Man hatte den Eindruck Haldern goes Ballermann. Wieso es offensichtlich keine Kontrollen, oder überhaupt so etwas wie eine Aufsicht auf dem Campingplatz gibt, ist dann auch mein einziger größerer Kritikpunkt an die Festivalleitung. Man hatte den Eindruck, dass mehr als die Hälfte der Leute auf dem Campingplatz gar keine Karten für das Festival hatten und auch mit der Musik nichts anfangen konnten. Hier sollte in Zukunft eine deutlichere Trennung stattfinden. Leute die auf Teufel komm raus Party machen wollen und Leute die wegen dem Festival nach Haldern kommen. Wenn dieses nicht geschehen sollte, wird die Gruppe der Nicht-Festivalbesucher in Zukunft immer größer werden und die Besucherzahlen und der Ruf des Festivals eine Negativentwicklung durchmachen. Wäre schade das erarbeitete Image einfach so zu verspielen. Einfach ein paar professionelle Securities für den Campingbereich abstellen und im Vorfeld eine Trennung vornehmen und alle wären zufrieden. Musikbegeisterte könnten in Ruhe schlafen und das Partyfolk könnte feiern bis der Notarzt kommt.

Schnell noch ein Becks getrunken, denn vom vielen Diebels war keinerlei Kick ausgegangen, damit meine Stimmung nicht endgültig in den Keller ging und durch eine SMS aufgeschreckt ging ich schnurstracks zurück zum Festivalgelände.

Dort gaben Duke Special ein zwei Songs langes unplugged Konzert. Duke Special heißt eigentlich Peter Wilson und kommt aus Irland. Stylingtechnisch gibt es da durchaus Potential nach oben, trägt er doch eklige Dreadlocks, ist unrasiert und benutzt zuviel Maskara. Wenn man ihn nur von Bildern her kennen würde, würde man denken er würde Musik für drogenabhängige Grufties machen die im Wald leben. So eine krude Mischung aus Crass und Throbbing Gristle. Stattdessen macht er lieblichen, melodischen Pop. Die zwei dargebotenen Songs machten jedenfalls soviel Appetit bei mir, das mich die Auftrittszeit von 1:45 am Morgen nicht abschreckte und ich mir fest vornahm Duke Special im Spiegelzelt nicht zu verpassen.

Beim Duke traf ich dann auch meine Mitreisenden wieder und wir gingen zur Hauptbühne wo wir aus sicherer Distanz den Auftritt der Shout Out Louds beobachteten. Richtige Begeisterung wollte sich bei mir allerdings abermals nicht einstellen. Ganz gefällige Songs, die zum Teil (Impossible oder Please, Please, Please) richtiges Hitpotential haben. Der Gesang erinnerte mich dann zu sehr an die weinerliche Stimme von Robert Smith und die ewig gleichen Arrangements wussten auch nicht zu zünden. Da keiner von uns Jan Delay sehen wollte, der als letzter Act das Festival auf der Hauptbühne beendete, reihten wir uns wieder in die Schlange am Spiegelzelt ein, schließlich wollten wir alle Duke Special sehen.

Wider Erwarten kamen wir dann auch trotz langer Schlange schnell ins Zelt und erstmals sicherten wir uns dort Plätze in der ersten Reihe. Von der Hauptbühne konnte man einige Brocken von Herrn Delay vernehmen, daß ging aber nur so lange bis the Drones anfingen. Das was sie ablieferten war genau das was seit Malajube gefehlt hatte, ein kräftiger Tritt in den Arsch und endlich mal kein lieblich/klebriger, melodiöser Pop, sondern staubtrockener, schmutziger Rock'n'Roll mit einer kräftigen Dosis kaputten Blues. Die Jon Spencer Explosion und Birthday Party ließen grüßen. Aus der Konserve absolut langweilig, live aber großes Tennis.



Die Australier rockten zum Abschluß ihrer 40 Dates umfassenden Europatournee dermaßen hart das Haus, dass ich für die anschließend spielenden Ghosts nur Spott und Häme übrig hatte. Sehr zum Unwillen der um die Bühne versammelten, hauptsächlich weiblichen Fanschar, die ob der geklauten Soße die uns da aus den Boxen entgegenwaberte in helle Aufregung verfiel. Gegen diese blassen Bubis wirken Keane wie eine Death Metal Band. Bei der unausweichlichen Ballade wurden die Hände in die Höhe gehalten und vereinzelt Feuerzeuge geschwenkt.

Dank unserer optimalen Plätze konnten wir anhand der Setlist sehen wie viele Songs bis zum Ende dieser Darbietung wir noch über uns ergehen lassen mussten. Ging zum Glück aber recht flott, denn inzwischen war es doch schon arg spät geworden und die ersten von uns hatten arge Konditionsprobleme und es wurden in der Umbaupause die ersten Nickerchen eingelegt.

Dann stand auf der Bühne ein Klavier, ein Grammophon, eine Art Schlagzeug, ein paar Blasinstrumente und Duke Special betrat mit seiner Band die Bühne und es folgte eines der schönsten Konzerte der vergangenen Monate. Der Duke verzichtet auf einen Klavierhocker und steht lieber gekrümmt am Klavier und spielt einen wunderbaren Song nach dem anderen.



Vom Songwriting her orientiert er sich eindeutig an klassischen Strukturen der 30er und 40er, gepaart mit cleveren Arrangements und sehr einfühlsamen Texten. Stellenweise fühlte ich mich an Rufus Wainwright, Antony und Divine Comedy erinnnert. Begleitet wird er von einem Saxophonisten, einem Bassisten und einem Schlagzeuger der im Hauptberuf wohl Clown ist. Der trommelte auch bei einem Lied auf Küchengeräten rum und sorgte für ein wenig comic relief, was ich persönlich ein wenig deplaziert fand. Neben mir stand ein junger Knabe der mit glockenklarem Tenor jedes Lied mitsang. Normalerweise geht einem so etwas ja gehörig auf die Nerven, aber dieser Kerl konnte wirklich gut singen und es passte wunderbar.



Der absolute Höhepunkt war dann der Übersong "Last Night I Nearly Died (But I Woke Up Just In Time)", wo der gesamte vor der Bühne versammelte Jungschor den Refrain mitsang und bei mir Gänsehautschauer der Handelsklasse 1a auslöste. Ein weiteres Juwel entdeckt und trotz tobendem Applaus war uns abermals keine Zugabe vergönnt.

Das die letzte Band des Festivals dann The Earlies waren, mag den Humor der Veranstalter befriedigen, sie hätten es allerdings verdient gehabt anstelle von Lonely, Dear auf der Hauptbühne zu spielen. So drängten sich neun Musiker auf der zu kleinen Bühne und spielten morgens um halb Vier wunderbaren hymnischen, melodischen Pop. Live klang das sehr beeindruckend und eingängig. Inzwischen getätigte Kostproben der Alben können diesen Eindruck allerdings nicht bestätigen, da hier massiv mit Elektronik gearbeitet wird und die Anmut der Musik völlig kaputtgeht. Live war es allerdings sehr schön.



Nun war allerdings auch bei mir endgültig die Luft raus und nach sechs tollen Stücken traten wir den Weg zum Zelt an. Dort mußten wir feststellen, daß die Party auf dem Campingplatz immer noch im vollen Gange war. Grenzdebile Bubis liefen mit Ghettoblastern zwischen den Zelten umher um Maccarena und Dr. Alban unter das Volk zu bringen. Gemischt mit der vor sich hindröhnenden Indiedisco an den Dixieklos herrschte also unglaublicher Lärm, der mich nicht weiter störte, da ich wie tot auf meiner Luftmatratze fast sofort einschlief und erst nach unglaublichen 5 Stunden Schlaf wieder aufwachte.

Nun stellte sich die erste Wehmut ein. Um uns herum wurden in Rekordzeit die Sachen gepackt. Schnell noch einen Kaffee und ein paar Knäckebrote zu sich genommen und schon fing auch ich an meine Sachen zusammenzusuchen. Das ging dann doch relativ flott und ich schaffte es sogar alleine mein Zelt ruckzuck abzubauen. Ein Teil der Crew verabschiedete sich zum Fasanenessen und es wurde noch schnell ein Gruppenbild gemacht.



Ich nutzte die Gelegenheit um ein wenig den Rest des Campingplatzes zu erkunden. Es schien tatsächlich nettere Ecken als unsere gegeben zu haben, die hatten aber auch keine Schatten spendenden Bäume zu bieten. Auffallend waren allerdings die unglaublichen Massen an Müll die arglos auf der Wiese verstreut hinterlassen wurden. Sofas, Grills und ganze Zelte wurden einfach stehengelassen. Bierflaschen und Scherben allerorten. Wie vorbildlich waren dahingegen wir, die wir unser gesamtes Leergut ein paar Kindern überließen und unseren Müll fein säuberlich in unsere Mülltüte stopften. Sogar die 3,5 kg schwere Fleischtomate wurde noch verspeist.



Mit knirschenden Reifen, der Lehm vom Donnerstag hatte inzwischen eine gipsähnliche Konsistenz erreicht, fuhren wir wieder in Richtung Zivilisation. Die erste Tankstelle wurde genutzt um das Handy und den Tank wieder aufzuladen. Inzwischen herrschte eine unglaubliche Hitze und ich musste wieder einmal feststellen, dass ein schwarzes Auto nur mit einer Klimaanlage im Sommer zur gemütlichen Ausfahrt taugt. Im Wagen herrschten auch bei Tempo 140 lockere 45° so das wir völlig aufgeweicht und ausgetrocknet in der Heimat ankamen. Das Glücksgefühl einer warmen Dusche und eines richtigen Bettes am Abend wurde durch die Erinnerungen an vier wunderbare Tage und viele unvergeßliche Momente nur noch größer.

Mein Dank geht an CC, dass Sie mir den Floh ins Ohr gesetzt hat mitzukommen. Nächstes Jahr bin ich bestimmt wieder dabei.
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Trompe-L’Oeil
By Malajube
Release date: 08 January, 2007
Monday, August 13, 2007 

Current mood:  happy
Lange, lange war ich nicht mehr auf ein Festival gefahren, dass letzte Mal Mitte der 90er nach Glastonbury. Danach ergab es sich einfach nicht mehr. Die unbeständigen Sommer in Deutschland und meine schlechten Erfahrungen mit Zeltplätzen in den frühen 90ern ließen solche Events einfach nicht zu.

Ich hatte schon viel gelesen und gehört über dieses ominöse Haldern-Festival. Meist gutes, mal schlechtes. Die Programmauswahl war immer interessant, ein Rockpalast von 2005 war lange Zeit auf meinem DVD-Rekorder gespeichert und wurde des öfteren begutachtet. Vor allem The Coral die während eines Wolkenbruches spielten waren bei mir hängengeblieben. Aber da war es wieder dieses leidige Thema, dass Wetter... Im Netz kursieren Bilder von Menschen die sich nur noch mit der Hilfe von Plastiktüten als Kleidungsersatz der Macht der Niederschläge am Niederrhein zur Wehr setzten können. Anfängliche Planungen in einer Pension oder gar einem Hotel in der Nähe zu übernachten wurden schnell begraben, da natürlich alles ausgebucht war. So zögerte ich recht lange bis ich mir dann tatsächlich eine Karte besorgte. Camping? Festival? Sommer in Deutschland? Ich??? Konnte das gut gehen...? Aber hallo!!!

Im Vorfeld habe ich mich mehr mit dem Wetter und der entsprechenden Ausrüstung beschäftigt, als mit den Bands die beim Festival auftreten sollten. Waterboys, the View, Magic Numbers, Two Gallants waren mir ein Begriff, den Rest kannte ich höchstens vom Namen her oder war mir gänzlich unbekannt.

Zelt von GhostBock(tm) geliehen, neue Luftmatratze & Gummistiefel & Regenjacke gekauft, die ersten beiden Urlaubstage des Jahres eingereicht und los gings. Bei der Abfahrt in Hamburg schien natürlich die Sonne, aber je weiter südlich wir kamen, desto dunkler wurden die Wolken und bei Osnabrück schüttete es aus Eimern. Ich überlegte insgeheim wie weit es wohl zum nächsten freien Hotelzimmer sein könnte, aber als wir in Haldern ankamen, war bis auf die durchweichte und morastige Wiese, alles trocken. Die Anfahrtswege waren doch schon arg in Mitleidenschaft gezogen und so mußten öfter mal der erste Gang und durchdrehende Reifen bemüht werden.

GhostBock(tm) hatte mir versichert, daß der Zeltaufbau ganz einfach sei, bei mir dauerte er fast zwei Stunden. Als ich das Prinzip verstanden hatte ging es ganz schnell, ich mußte mir allerdings den ein oder anderen kritischen Blick meiner Mitreisenden gefallen lassen. Schnell noch ein Würstchen eingeworfen und los ging es in Richtung Festivalgelände. Dort wurden die so wichtigen Armbänder besorgt und wir reihten uns erstmals in die Schlange vor dem Spiegelzelt ein.



Ein kurzes Wort zum Spiegelzelt, es handelt sich um ein ehemaliges Zirkuszelt inklusive Innenausbau aus Holz. In den hinteren Reihen befinden sich Tische mit richtigen Sitzgelegenheiten und auf der einen Seite sind die Bars und gegenüberliegend die kleine Bühne.

Nur schleppend kamen wir dem Eingang näher und als wir endlich drinnen waren, hatte Kate Nash bereits angefangen zu spielen. Im Zelt herrschten saunaaähnliche Luftverhältnisse die einen erstmals an die Theke zwangen um ein Diebels zu ordern. Fräulein Nash ist vielleicht 19 Jahre alt und sitzt in einem zu engem Kleid am Klavier und schaut ernst in die Runde. Man könnte sagen sie sei Lily Allen für Arme, aber ich finde viel mehr, dass sie klingt als würden the Streets mit Tori Amos ein Album aufnehmen. "Foundations", das einzig nennenswerte Stück ihres langweiligen Albums, hat allerdings durchaus unpeinliche Hitqualitäten. Sie wird bestimmt ein großer Star auf der Insel. Ich finde Sie belanglos.



Die darauf folgenden Grand Island waren ein so derber Griff ins Klo, daß wir schnell das Zelt verließen um unsere Luftmatratzen aufzublasen und die letzten Feinheiten an unserem wunderbaren Pavillonzelt zu richten. Als wir uns gegen 20:45 abermals in der Schlange vor dem Zelt anstellten waren wir noch frohen Mutes pünktlich zu Tunng im Zelt zu sein. Aber angesichts der Tatsache, dass sich die Schlange ab dem Moment als Tunng die Bühne betraten, sich nicht mehr bewegte, waren wir doch ziemlich ungehalten. Da kommt man extra einen Tag vor Festivalbeginn und steht draußen vor dem Zelt und darf warten, weil am Donnerstag zu viele Leute angereist waren, die gar nicht alle ins Zelt passten. Im nächsten Jahr sollten dies die Veranstalter unbedingt in ihrem Konzept bedenken. Vielleicht nur 1.200 Tickets ausgeben, die auch für den Donnerstag gelten? Das was man von Tunng über die Public Viewing Anlage hören und sehen konnte, reichte jedenfalls um Unmut und leichte Frustration hochkommen zu lassen. Kaum beendete die Band ihr Set, waren wir auch wieder im Zelt.

Auf die Two Gallants hatte ich mich sehr gefreut und wurde sehr enttäuscht. Ihr vorletztes Album The Throes war eine meiner Lieblinge 2006 und dementsprechend geschockt war ich dann, ob der gelangweilten Performance. Erst ein ruhiger Opener und dann gleich der Schunkel-Gröhl Hit "Steady Rollin" in einer unsäglichen Hau-Ruck Version. Da mußte ich mich erst einmal hinsetzen. Viel zu leise und zaghaft wurde das Programm runtergespult. Der Gitarrist fummelte unendlich lange an seinem Verstärker rum damit er keine Ansagen machen mußte und nach knapp 30 Minuten war das Set beendet.

Die anschließend spielende An Pierle & White Velvet kannte keiner von uns und dementsprechend positiv war ich dann überrascht, dass es sich um wunderbar langsame, atmosphärische Musik in der Nähe von Mazzy Star handelte. Erstmals wurde das gesamte Spiegelzelt eingenebelt. Nach 4-5 Liedern ging der Band allerdings merklich der Saft aus und abschließend wurde der dreisteste "Smells like Teen Spirit"-Riff-Diebstahl betrieben seit the Offspring. Die als letztes spielenden Naked Lunch haben wir uns dann geschenkt.



Bei unseren Zelten angekommen waren wir dann doch ein wenig angepisst, als wir merkten wie laut es dort war. Keine 150 m von unseren Zelten entfernt wurde ein professioneller Ausschank inkl. Discobeschallung betrieben. Sehr nervig, da halfen auch die Wal Mart Bauarbeiterohrstöbsel nichts. Ich lag auf meiner Luftmatratze die mit jedem Schlag der Bassdrum mitvibrierte. Außerdem durfte man hochgeistigen Konversationen zwischen unseren holländischen Nachbarn und anderen Trunkenbolden mitanhören: „Mando Diao is better than every british band!" Oha, auf was hatte ich mich da nur eingelassen?

Nach geschätzten 4 Stunden Schlaf stand ich am nächsten Morgen gut erholt auf. Meine Mitreisenden hatten schon angekündigt, daß sie ein wenig länger schlafen wollten, also ging ich alleine auf Entdeckungsreise. Die berühmten Dixieklos waren um diese Uhrzeit durchaus akzeptabel. Erstmal ein paar SMS nach Hause geschickt. Danach wurde die mobile Dusche ausprobiert. Naja, immerhin war das Wasser warm. Aber eine trockene Unterbringungsmöglichkeit für die Klamotten wäre nicht schlecht gewesen. Anschließend zwei starke Kaffee in der Sonne getrunken und heimlich von einer Camel ohne Filter geträumt.

Zurück am Zelt wurde allgemein über die Lautstärke der letzten Nacht geschimpft und erstmal ausgiebig gefrühstückt. Anschließend ging es zum Einkaufen in den Ort. Erst zu einem Norma-Supermarkt. Bis auf das Obst, hätte ich in dem Laden nichts gekauft, weil alles so nach Chemie und künstlichen Geschmackstoffen aussah, aber wer kann schon nein zu fünf Litern Apfelsaft sagen? Außerdem wurde eine ca. 3,5 kg schwere Fleischtomate gekauft, in Norddeutschland auch Wassermelone genannnt. Dann ging es noch in einen regulären Supermarkt wo Becks, Chips und Grillfleisch erstanden wurden.



Was wir in einem Anflug von Dummheit für Pesto hielten, stellte sich bei näherer Geschmackskontrolle dann doch als richtig schön scharfes Salsa heraus, den Nudeln hatte es nicht geschadet, wohl aber meinen Geschmacksnerven, die bis zum Abend ihren Dienst komplett einstellten. Da half auch das ganze leckere Bier in den nächsten Stunden nichts.

Gegen 14:30 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Festivalgelände, inzwischen war die Sonne rausgekommen und knallte vom Himmel. Mit 25°C im Schatten hatten wir dann doch nicht gerechnet und die Sonnencreme kam zum Einsatz. Erstmal wurden in der ersten Reihe Plätze besetzt und schon betraten Ripchord die Bühne.

Von der Band kannte ich nur das "Backstabber" Video, und musikalisch waren mir als nicht sonderlich beeindruckend in Erinnerung geblieben. Dies zeigt mal wieder wie wenig man Musik aufgrund von Videos beurteilen sollte, denn Ripchord waren absolut großartig. Das Quartett um Sänger und Gitarrist Phil Wallbank aus Wolverhampton spielen einen ganz wunderbaren Powerpop der mich stellenweise an die Barracudas und Orange Juice der frühen 80er erinnert. Schöne, kompakte Songs, die selten länger als drei Minuten sind, wurden ungemein souverän zum besten gegeben wurden. Obwohl alle Bandmitglieder jünger als 20 Jahre sind, traten sie auf der Bühne sehr selbstbewußt auf, allerdings ohne den Hang anderer UK-Bands arrogant oder gar überheblich zu wirken.



Phil ist der geborene Entertainer, der mit ungeheurem Charme sofort das Publikum auf seine Seite zog. Anfangs bemühte er sich sogar um ein paar Worte auf deutsch. Ungemein sympathisch wurden kleine Pop-Juwelen wie "My Precious Valentine", "Another Bad Day" oder die Debut Single "Lock Up Your Daughters (And Throw Away The Key)" zum besten gegeben. Wunderbare Backgroundchöre trafen auf pfeilschnelle Tempi und wunderbaren Gitarrenteppichen. Schlagzeugerin Rozalind ging am Anfang ein ungeheures Tempo, daß die Band locker mithalten konnte. Das Anfangs nur spärlich vertretene Publikum war ob dessen was sie da sahen mehr als angetan und so wurde es vorne dann doch enger. Nach einer viel zu kurzen halben Stunde war der umjubelte Auftritt leider vorbei.



Ich hätte der Band im nachhinein einen Auftritt im Zelt am ersten Abend gewünscht, denn im kleineren Rahmen wären sie womöglich noch besser gewesen. Aber auch so wußten sie mich nachhaltig zu begeistern und zu beeindrucken. Eines der absoluten Highlights des Festivals. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Ripchord das nächste große Ding in England und womöglich auch hier werden können. Das Debutalbum ist fast fertig und ich bin sehr gespannt, ob es der Band gelingen wird, ihre Qualitäten als Liveband auch im Studio rüberzubringen.

An den nun folgenden Gabriel Rios kann ich mich nur bruchstückhaft erinnern, klang wie eine Mischung aus Santana und den Gypsy Kings, da wir leichtfertig unsere Moshpit Plätze aufgaben um im Schatten Abkühlung zu suchen. Meine Begleitung war sichtlich entzückt die the View Autogrammstunde zu besuchen. Auf dem Weg zum Merchandising liefen uns dann Ripchord über den Weg und sie erkannten sofort ihren kleinen Fanclub aus der ersten Reihe. Gleich die Singles gekauft um Autogramme von Phil zu bekommen während der Rest der Band leicht verschüchtert etwas abseits stand. Der Junge sieht auch aus der Nähe wie Edwyn Collins in den Anfangstagen von Orange Juice aus.



Anschließend wurde wieder der Platz vor der Bühne aufgesucht, auf der Polarkreis 18 gerade eine Menge Krach machten. Nicht mein Ding, eine Band namens Smashing Pumpkins reicht. Trotzdem Respekt vor einer gekonnten Bühnenshow und einer stringenten Gardrobe. Als nächstes kam der unsägliche Paul Steel. So eine Art Mika für Heterosexuelle. Der mußte auch gleich mit der Ansage, daß er eigentlich auf Toilette müßte, sich zum Esel machen. Da blieben meine Ohrenstöpsel gleich drin. Es wurde gegroovt so fern man dies mit Computern und angemieteten Musikern hinbekommt. Songs waren keine auszumachen, Ideen auch keine vorhanden die man nicht woanders schon besser eingesetzt wurden. Zum Glück war der Spuk relativ schnell vorbei, da man bereits eine dreiviertel Stunde hinter dem Zeitplan hinterher hing, und Herr Steele konnte endlich seine Druck ablassen.

Wir bekamen dann noch unsere Plätze ganz vorne in der ersten Reihe zurück, was sich auch lohnte, denn The View lößten eine bisher nicht geahnte Welle der Begeisterung aus. Überall singende und springende junge Menschen zwischen 12 und 42 und ich mittenmang. Das Debutalbum hat ja einen echten Suchtfaktor und als sie bereits als zweiten Song „Wasted Little DJ's" spielten, wars um mich geschehen. Tolle Live-Band die ungemein locker ihre Oasis Gitarrenwände aufbaut und mit schnellen, kurzen und dennoch melodiösen Songs mich restlos begeisterten. Um mich herum nur tanzende und mit Karnevalsmützen bekleidete Kids, die jeden Song kannten. Die ersten Crowdsurfer wurden hinter die Absperrung gespült und die missmutig dreinblickenden Ordner konnten ihren ruhigen Nachmittagsschlaf fürs erste vergessen. Ich fragte mich in der Mitte des Sets wie eine Band offensichtlich so viele Fans hat, aber in den Medien und Charts nicht stattfindet. Parallelgesellschaften jetzt auch in der Musik?



Derweil wurden auf der Bühne fleißig die Gitarren und der Bass zwischen Kyle, Peter und Steve hin- und her gereicht und man merkte den Jungs sichtlich an, wieviel Spaß sie an diesem Auftritt hatten. Am Rand der Bühne konnte man Roz von Ripchord beobachten wie er uns zuprostete und gleichzeitig jeden Song mitsang. Als sie ihren letzten Song „Superstar Tradesman" spielten, dachte ich gleich würden wir alle abheben, der Boden vibrierte. Ein weiteres Highlight des Festivals.



Anschließend war ich doch ein wenig ausgepowert und mußte erstmal etwas essen. So habe ich Jamie T. nur aus der Ferne begutachten können, nicht mein Ding. Der Döner hingegen war wirklich erstklassig. Da wir aus den Erfahrungen des Vortages gelernt hatten begaben wir uns jetzt schon in Richtung Spiegelzelt und setzten uns vor den Eingang. Wer kam da mit einem Bier in der Hand vorbei? Genau Phil von Ripchord, der sich die nächste Stunde mit uns über Musik unterhielt und der sichtlich beeindruckt war, daß ich sowohl the Smiths als auch die Housemartins live gesehen habe. Im Hintergrund konnte ich die Magic Numbers hören, eine Band die mir einmal etwas bedeutet hat, mir aber inzwischen eher Sodbrennen bereitet. Kurz vor Einlaß verabschiedete sich Phil und so konnten wir uns einen eigenen Tisch im Spiegelzelt sichern.

Die Maccabees aus Brighton waren mir vorher nur vom Namen und ihrer MySpace Seite ein Begriff, aber auch sie waren eine gute Liveband. Vom Sound her eher ungewöhnlich und mit Morrissey singt mit den Strokes ein paar schräge Nummern am besten zu beschreiben. Die Band strahlte eine ungemeine Spielfreude aus und bald war das gesamte Zelt am tanzen. Besonders „Precious Time" ging mir für den Rest des Wochenendes nicht mehr aus dem Kopf. Zwischenzeitlich traute ich mich direkt vor die Bühne und konnte beobachten wie der Gitarrist jedes Wort laut mitsang obwohl er gar kein Mikro hatte, so sehr ging er in der eigenen Musik auf. Toll! Das gesamte Album „Colour It In" ist allerdings eher ein Mixed Bag, aber den Namen sollte man sich merken.



Als nächstes spielte Patrick Watson aus Montreal, ein sich eher an Sounds, als an Songs orientierender Sänger, der mir live nicht so richtig gefiel. Das Album ist wesentlich besser, aber vielleicht lag dies auch an der Masse an Musik die man bis zu diesem Zeitpunkt gehört hatte, daß man ungewöhnliche und unbekannte Musik nicht mehr hören mochte. Außerdem hatte ich die ganze Zeit im Hinterkopf, daß gegen 0:30 Uhr die Waterboys auf der Hauptbühne spielen würden.

Die verzögerten sich allerdings um eine dreiviertel Stunde, so daß ich noch das restlichen Set von Patrick Watson hätte hören können, aber auch egal. Mir tat die halbe Stunde ohne Musik an der frischen Luft sichtlich gut und als Mike Scott um 1:20 die Bühne betrat war ich fit wie ein Turnschuh.

Mike Scott und die Waterboys begleiten mich seit mehr als 25 Jahren. Es gibt keine Phase in meinem Leben in dem ich nicht ihr Meisterwerk „This Is The Sea" gehört habe. Vielen Freunden habe ich das Album zum Geburtstag geschenkt und auf unendlich vielen Mixtapes von mir sind immer Scotts Lieder enthalten. Live hatte ich sie allerdings erst einmal gesehen, am 4. Oktober 1990 im Docks. Das Konzert war schrecklich. Mike Scott war schlecht gelaunt und spielte derart gelangweilt, daß ich anschließend einen Konzertbesuch nicht mehr in Betracht zog.



Da stand er nun auf der riesigen Bühne, immer noch sehr schlaksig, mit seiner vierköpfigen Band und spielte am Anfang ein paar mir unbekannte Songs, die waren ganz ok. Doch dann passierte etwas so nicht dagewesenes. Als ich die ersten Piano-Akkorde von „The Whole Of The Moon" erkannte, flossen bei mir die Tränen. Da stand ich also, zwischen 3.000 Fremden auf einem ehemaligen Reitplatz in the middle of nowhere und weinte völlig unkontrolliert. Ich sang lauthals jedes Wort mit. Vielleicht gibt es doch spirituelle Elemente in der Musik der Waterboys, die man nicht erklären kann. Viele Gedanken und Erinnerungen aus den 22 Jahren die mich dieses Lied begleitet sausten durch meinen Kopf und ich war in diesem Moment unendlich glücklich.



Anschließend wurden noch ein paar Favoriten wie „Be My Enemy" (Hallo Bettina, da habe ich an Dich gedacht!), „The Pan Within" und „Fishermans Blues" gespielt. Ein weiterer Höhepunkt war „Red Army Blues" ein Lied vom zweiten Waterboys Album. Leider haben sie weder „A Pagan Place" noch „This Is The Sea" gespielt, aber daß wäre vielleicht auch ein wenig viel verlangt gewesen. Der Band konnte man jedenfalls sichtlich die Spielfreude und Begeisterung anmerken und vor der Bühne standen viele Leute meiner Generation die lauthals jeden Song mitsangen. Gegen 3 Uhr morgens brachen wir dann in Richtung Campingplatz auf, auf dem abermals die Indie-Disco tobte, allerdings nicht mehr ganz so laut, an einen normalen Schlaf war allerdings nicht zu denken. Ich war viel zu sehr aufgewühlt von den Ereignissen des Tages und schlief erst gegen 5:30 ein.

Teil 2 folgt im Lauf der nächsten Woche.
Currently listening:
This Is the Sea
By The Waterboys
Release date: 01 June, 2004
Wednesday, June 27, 2007 

Current mood:  weird

Was macht man, wenn einem nichts so richtig einfällt über was man schreiben könnte? Sich über das Wetter aufregen? In Nostalgie verfallen, dass vor einem Jahr die Fußball WM war? Versuchserklärungen starten warum man dieses Jahr noch nicht ein einziges Mal im Kino war? Die eigene Krankheitsgeschichte der letzten 3 Monate für die Öffentlichkeit aufrollen?

Nichts von alle dem. Man macht einfach eine Liste. Ok, wenn einem überhaupt nichts mehr einfällt und man zuviel Zeit hat, schreibt man nicht nur eine Liste, sondern verteilt man noch auf einer imaginären Skala Punkte oder Sternchen. Das Thema für solch eine Liste darf zwischen abwegig "Top 30 Dönererlebnisse in Rheinland Pfalz" und belanglos "Lieblingsstrümpe, eine Auswahl" angesiedelt sein.

Da ich ein sehr berechenbarer Mensch bin, habe ich mich für eine Liste meiner Lieblinslieder für die erste Hälfte 2007 entschieden. Das sind Songs die auf meinem iPod in der aktullen Playlist, in der immer zwischen 20 und 30 Faves versammelt sind, auftauchen. Wenn ich Euch mit einer Mix-CD belästigt habe, kennt Ihr bestimmt ein paar Titel.

Wichtig: Keine wertende Reihenfolge, ohne die Beschränkung nur Songs von 2007 nehmen zu dürfen, aber mit der Auflage pro Interpreten nur ein Lied zu nehmen. Ich finde diese "Da dürfen nur Sachen die 2007 veröffentlicht sind"-Regeln kindisch und zu restriktiv, wir sind hier schließlich nicht bei einem Rollenspiel...

Richmond Fontaine - A Ghost I Became
The View - Wasted Little DJ's*
The Spires - I Know Less Than I Did At The Start*
Cat Power - Lived In Bars*
Ryan Adams - Two Hearts
The Hold Steady - Stuck Between Stations*
Wilco - You Are My Face
Arcade Fire - Keep The Car Running
Soundtrack Of Our Lives - Surround Sister*
Mumm-Ra - She's Got You High
Marissa Nadler - Diamond Heart
Endrick Brothers - Queen Of The Summer*
The Doves - There Goes The Fear*
Ray LaMontagne - Forever My Friend*
Redlands Palomino Company - Wasted On You
Lucinda Williams - What If
Candie Payne - One More Chance
Peter, Bjorn & John - Young Folks*
Snow Patrol - Open Your Eyes*
The Fratellis - Henrietta*
Ooberman - Shorley Wall*
The Pigeon Detectives - I'm Not Sorry
Rufus Wainwright - Chelsea Hotel*
Jarvis Cocker - Tonight*
Amy Winehouse - Just Friends*

*non 2007 Stuff

Und wie sieht DEINE Liste aus?

Currently listening:
Easy Tiger
By Ryan Adams
Release date: 26 June, 2007
Thursday, June 14, 2007 

Current mood:  working
Wie ein Lauffeuer verbreitete sich am Donnerstag die Meldung, dass Oberpixie und everybody's favorite fat man ein Konzert für 3 Euro in der Prinzenbar geben würde. Sicherheitshalber sicherte ich ein paar Tickets im Kartenhaus, aus Angst, dass es am Abend keine Krarten mehr geben würde. Gab es dann aber trotzdem, obwohl die Schlange vor der Prinzenbar einmal um die Ecke ging.
 
Groover und ich hatten dann das volle VIP Feeling wie wir an der Schlange der Wartenden vorbei schritten und die völlig überfüllte Prinzenbar enterten. Dort trafen wir auf eine Atmosphäre die so zwischen türkischem Dampfbad und Raucherclub lag. Schnell noch ein Bier von der Bar und einen einigermaßen guten Stehplatz gesichert und relativ pünktlich betrat Frank Black mit seiner Band die Bühne.

Was nun folgte habe ich lange nicht mehr auf einer Bühne gesehen. Ein in die Jahre gekommener Francis Black spielte mit seinen angemieteten, uninspirierten Mietmusikern (die aussahen, als wären sie im Jesse Malin Musikercasting bereits in der Vorauswahl gescheitert) ein an Langeweile und Eintönigkeit selten dargebotenes Set. Nun muss ich zugebeben, dass ich von Blacks nunmehr 12 Soloalben gerade einmal 2 kenne, also mit dem Repertoire nicht so vertraut bin. Das was gespielt wurde, klang meist wie langweiliger mitachtziger Postpunk. Ohne Spannungsbogen, langweilig runtergedudelt. Black selbst unternahm keine Versuche mit dem Publikum zu kommunizieren.

Der Mann lebt eindeutig noch davon einmal Mitglied einer Indieikone gewesen zu sein. Ich kann mich nicht erinnern in den letzten Jahren einen Musiker gesehen zu haben, der so sehr auf Autopilot geschaltet hat. Einzig einer der letzten Songs, Manitoba, war einigermaßen spannend. Ansonsten Rockism at it's worst. Nach fast genau einer Stunde war Schluß und Krauskopp und ich stürzten nach draußen an die frische Luft.
 
Das es keine Zugabe gab, haben wir nicht vermisst. Nur die drei Euro Eintritt hätten wir besser investieren können.
Currently listening:
Satan Is Real
By The Louvin Brothers
Release date: 23 July, 1996