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Last Updated: 4/22/2009

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Monday, March 30, 2009 

Current mood:  knighted


KAPITEL 5 - "Das Beste kommt von Unten..." oder "Dieselbe Scheiße in einem anderen Klo"

Nigeria hat Glück. Rein geografisch hat Nigeria anderen afrikanischen Ländern gegenüber nämlich nicht nur einen Vorteil. Und sogar ganz Deutschland wäre neidisch, wenn öffentlich bekannt wäre was für Vorteile die indirekte Kontrolle mehrerer Ölpipelines so mit sich bringen... Inoffiziell natürlich, illegal gebohrt, illegal gefördert und finanziell kontrolliert durch Korruption. Kurz gesagt: Nigeria hat Geld!
Der Unterschied ist, daß die Menschen in Nigeria überwiegend arm sind. Ein ganz krasser Gegensatz, wenn in einem Viertel Blechthütten aneinandergereiht sind und sich auf der anderen Straßenseite die Ferienresidenz eines Offiziers befindet, der gar nich so viel verdient wie normalerweise für so ein Haus in irgendeinem anderen Land nötig wäre. Trotzdem geht es allen gut... Nein, ich meine nicht daß sie keine Probleme haben, sondern was viel wichtigeres: Sie sind glücklich... Egal wo, egal wieviel sie zum leben haben und wie das Haus aussieht. Sie kommen klar und sind glücklich. Das ist (ganz ehrlich) das Schönste was ich jemals gesehen habe.
Sobald sie sehen daß du Geld hast, versuchen sie zwar einen Bezug zu dir aufzubauen, ABER sie sind auch so glücklich... Sie besitzen ein natürliches Selbstbewusstsein, daß sie überleben lässt, egal was sie dafür tun müssen. Das ist die Einstellung der "Nigger" weltweit. Und davon abhängig wie anpassungsfähig man ist und unter welchen Umständen man sein Leben bestreitet, birgt diese Einstellung vielleicht sogar mehr Vor- als Nachteile.
Diese Einstellung erklärt vielleicht auch die Kriminalität, Korruption und den langsamen infrastrukturellen Fortschritt dieses Landes, aber während Deutschland nicht mehr von dieser Infrastruktur profitieren kann und die Infrastruktur der USA sich zurückentwickelt, baut man hier nur da wo Geld ist. Und da wo Geld ist, ist viel Geld.

Wenn man arm ist tut man was man kann, um sich die Position in einer höheren sozialen Schicht zu erarbeiten. Man geht zur Universität, man arbeitet... oder macht halt sein Business. Wenn man bereits Geld hat, achtet man darauf daß sich das multipliziert und lebt ein wunderbares Leben in dem alles möglich ist, wenn man nur genug finanzielle Mittel hat.
Bereits im Alltag kann man die Möglichkeiten nicht mit der Situation in Deutschland vergleichen. Der Verkehr ist verrückt, weil die Führerscheine korrupt ergaunert wurden, die Autos sind Schrott und fahren, weil hier jeder technische Erfahrung und Fähigkeiten besitzt und du siehst bereits auf den ersten Blick wer Geld hat und wer nur so aussehen will, als ob. (Damit sind besonders die Frauen gemeint...) Und keiner hat mit diesen wirtschaftlichen Bedingungen ein Problem, im Fernsehen wird der Kampf gegen die Korruption "dokumentiert" und danach kommt eine schlechte afrikanische Soap, die jede nigerianische Frau allein wegen der Attitüde liebt. Das das Meiste nicht nur schlecht produziert, sondern auch nicht besonders gut kopiert ist, stört niemanden. Wieso auch...? Alle sind glücklich wie es ist, da muss man nicht viel ändern. Ich liebe die Menschen hier für diese Einstellung, rein menschlich kann sich Deutschland davon ne Menge abgucken...
Das Problem ist nur, das der Motor für Veränderung anders aussieht. Ganz anders... Ist aber auch nicht schlimm, weil es so aussieht als ob Afrika der letzte Kontinent ist, der in den Zeiten der Wirtschaftskrise überleben kann, während die Äcker überall schon totgewirtschaftet wurden. Afrika war solange am Boden, daß sich nur noch hier finanzielle Investitionen lohnen. Auch wenn die Umweltbedingungen durch hohe Emissionen und den schlechten Umgang mit Müll, etc. erschwert werden, erholt sich die Umwelt dank des Klimas so schnell, daß es weitaus länger dauert, diese zu zerstören. Vorteilhaft, Afrika...
Afrikanische Banken fahren in Zeiten weltweiter Stagnation weiter ihre Gewinne ein, weil sie vom Weltmarkt unabhängig weiterarbeiten können, auch wenn sie vielleicht trotzdem in ihren Investitionen eingeschränkt werden. Alle anderen großen Banken kacken ab. Super, Afrika...

Und trotzdem ist es im Endeffekt überall gleich. Mit Geld bist du jemand, ohne Geld musst du jemand werden, egal wie... Ich kam hierher ohne einen Cent und sah trotzdem nicht so aus, als ob ich mir Sorgen machen müsste. Musste ich auch nicht, ich wusste schließlich immer wie ich mich versorge wenn es nicht anders geht. Denn auch wenn ich in Deutschland sicher deutscher geworden bin als die meisten Afrikaner dort, war diese "Nigger"-Einstellung immer tief in mir verankert. Daran änderten 17 Jahre gymnasiale Bildung auch nix...  Keine Ahnung wie, als die harten Zeiten kamen wusste ich trotzdem was zu tun war und niemand hätte mir jemals angesehen daß ich ernsthafte finanzielle Probleme hatte. Lustig, die meisten Menschen die mich kannten wussten nie was für Problemen ich eigentlich ausgesetzt war, weil es mir immer noch gut ging und ich wusste wie ich mich auf das richtige konzentrierte. Das heiß nur, ich wusste daß ich mich niemals auf das Negative konzentrieren durfte. Ich wusste, irgendwie katapultiere ich mich da schon wieder raus... Irgendwie...
Ich glaube auch als der "deutscheste Neger" bleibt Afrika einfach in einem, weil man sich sicher sein kann daß man weiß woher man kommt, auch wenn man noch nie dort gewesen ist. Von ganz unten... Und wenn man schonmal dort gewesen ist, dann wird man sich immer daran erinnern daß es da unten vielleicht schlimm war, aber das man selbst dort noch sehr gut gelebt hat weil man trotzdem stolz und glücklich sein konnte. Und man wird trotzdem versuchen da wieder raus zu kommen, ohne daß man jemals seine Wurzeln vergessen könnte.
Das ist Arroganz die man sich leisten kann, solange man die Menschen die nicht über diesen Vorteil verfügen, ihren Nachteil nicht spüren lässt und ihnen keine Vorwürfe macht. Einfach ignorieren... Sobald diese Menschen mal am Boden waren, werden sie sich fragen wie man sich dort befinden kann und trotzdem über diese gesunde Arroganz verfügen kann. Sie werden anfangen, einen für diese Fähigkeit zu bewundern... oder zu hassen, falls sie nicht ganz schnell lernen sich anzupassen.
Ich hab schon jede Möglichkeit des Verdrängens in Anspruch genommen, sogar Drogen, Alkohol und Frauen. Ich hab nur noch nie angefangen jemanden zu hassen um andere Gefühle wie Liebe, Neid, Wut oder Trauer zu verdrängen. Das macht einen nämlich mehr kaputt als es Drogensucht, Alkoholsucht oder irgendeine andere Sucht jemals könnte.  Und vom Hass gibt es keinen Entzug, ist man einmal davon besessen gibt es kein zurück...