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Ich war gerade bei zwei Freunden ( Marie und Jan) für eine Woche in Kairo. in dieser einen Woche, die natürlich viel zu kurz war, habe ich so viele schöne und neue Eindrücke gewonnen, die einfach unvergesslich sind. Am Montag ging es mit der Mitfahrgelegenheit nach München, wo ich nach ungefähr acht langen Stunden endlich im Flieger nach Kairo saß. Schon am Gate in München sah ich die erste vollkommen verschleierte Frau, ein Bild, was für mich vollkommen neu war, aber in Ägypten natürlich Alltag ist. Dann nach über drei Stunden Flug landete ich endlich in Kairo. Außer dass man bei der Zollkontrolle von Dutzenden, breit grinsenden Ägyptern gegrüßt worden ist, strahlte noch ein großes Schild jeden Touristen an, welches einen darüber aufklärte, dass jeglicher Handel mit Drogen strengstens verboten ist, und bei Widerhandlung dieses Gesetztes einen der Strick droht... nette Begrüßung... Nachdem ich endlich mein Gepäck hatte wurde ich auch schon von Marie angesprungen und wir konnten, dank Abdul (Fahrer) in die Wohnung von Jan und Marie fahren. Schon das Auto von Abdul war ein kleiner Kulturschock. Doch wie ich später merkte gibt es Taxis in Kairo gegen die Abduls Auto der reinste Luxus Schlitten war... Nach einer halbstündigen Fahrt durchs Kairoer Nachtleben, kamen wir in der Syria Street, wo Jan und Maries Wohnung ist an. Dann schlichen wir uns an dem schlafenden Ali (jedes besseres Haus in Kairo verfügt über einen Hauswärter, der dann im Treppenhaus schläft und aufpasst, dass keine Fremden eindringen) vorbei und dann stand ich in der Wohnung, die alle meine Vorstellungen übertraf. Sehr schöne Wohnung muss jetzt mal so sagen... Ein paar Zigaretten später ging es dann endlich ins Bett und ich verbrachte meine erste Nacht unter unaufhörbarem Gehupe der Autos (und das obwohl es schon vier war) in Kairo. Nach einem schönen Frühstück und einem kleinen Rundgang durch das heimische Viertel von Jan und Marie ging es dann mit dem Taxi (nachdem Marie einen guten Preis ausgehandelt hatte- ja auch beim Taxifahren muss man handeln) nach Zamalek, eine Nilinsel mitten in Kairo. In Kairo fährt man Taxi und das ist durchaus schon ein Ereignis. Der Verkehr in Kairo richtet sich weder nach Ampeln noch nach anderen Verkehrsordnungen. Hier zählt viel eher: der schnellste und derjenige, der sich am besten durch Autos durchschlängeln kann ist am schnellsten am Ziel. Grün bedeutet dass man fahren muss und rot bedeutet dass man trotzdem fährt. Am beeindruckensten ist es dann zu sehen, wie sich die Autos durch den Verkehr schlängeln und trotz allem nichts passiert. Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt es ebenfalls nicht. Es wird so schnell gefahren wie es eben geht. Und ein Wunder ist es dann schon, dass es trotz allem die Fußgänger auch noch schaffen unbeschädigt die Straßen zu überqueren. Schließlich kamen wir in Zamalek an (für ca. 5 Pfund = 70 Cent) und ich bekam den ersten richtigen Eindruck von Kairo. Alle Straßen sind überbevölkert von Menschen die Kaufen, handeln, einfach nur rumlaufen, Schicha rauchen oder gar nichts tun, so dass man sich fragt, ob es denn auch Ägypter gibt, die arbeiten gehen. Und natürlich kam ich auch in den wunderschönen Genuss wie es sich anfühlt als hellhaarige Europäerin durch Kairo zu laufen. Natürlich wird einem vorher erzählt, dass man angestarrt wird, aber dass es wirklich so schlimm ist, hätte ich nicht gedacht. Die ganze Zeit wird man angelabert und ohne jegliche Scheu angestarrt. Und mit anstarren meine ich wirklich Starren. Na ja manchmal kommt man sich dann schon etwas vor wie im Zoo... Nach einigen Einkäufen waren wir dann noch schön Essen und der erste Tag Kairo war dann auch schon vorbei. Am nächsten Tag ging es (natürlich mit dem Taxi) zum größten Bazar Kairos (Khan El Khalili). Dieser Bazar ist einfach unglaublich... Ein Händler reiht sich neben den anderen, und wenn man den touristischen Teil vom Khan verlassen hat, läuft man durch Gassen die gerade mal so breit sind wie man selber. Und natürlich kann man gerade auf dem Khan nicht einfach ungestört einkaufen gehen, denn an jeder Ecke wird man von Ägyptern angesprochen. Und dann kommen immer solche Sprüche wie: „have a look in my shop", „ohh, nice women, nice eyes, I love you"... Und Jan bekam die ganze Zeit zu hören: "lucky man, two women". Und selbstverständlich durfte auch der Spruch nicht fehlen "how many Camels?". Jan war charmant und hat uns beide nicht verkauft... Nachdem wir uns dann alle mit Silberschmuck etc. ausgestattet hatten, ging es wieder nach Hause. Dann hat Jan uns schön bekocht und anschließend ging es zum Bowlen, wo es ganz angenehm war, denn dort waren nur moderne Ägypter (auch Frauen ohne Kopftücher) die einen nicht pausenlos angestarrt haben... Am nächsten Tag ging es zu den Pyramiden. Anders als gedacht, fangen die Pyramiden genau dort an, wo Kairo aufhört. Ich habe mir immer vorgestellt, dass die mitten in der Wüste stehen, doch das war wohl ein Irrtum... Und dann stand ich aufeinmal vor dieses riesigen Bauwerken, die vor tausenden von Jahren auf unerklärlichre Weise von Menschen errichtet worden sind, und es war einfach der Wahnsinn!!! Ich konnte es gar nicht fassen, dass ich davor stand. Tausendmal hat man sie schon im Fernsehen und auf Bildern gesehen und dann konnte ich sie wirklich anfassen- der pure Wahnsinn... Natürlich mussten wir auch nen paar Tourifotos machen, denn das gehört ja dazu...
Nach den Pyramiden ging es kurz zu Kentucky Fried Chicken (mit Blick auf Pyramiden und Sphinx) und dann ins Ägyptische Museum. Und auch das war viel zu krass. All die Sachen die und Herr Tritschler immer in seinen Büchern gezeigt hat, standen auf einmal genau vor mir. Doch im Endeffekt waren es so viele Statuen, Sarkophage, Totenmasken, Schmuck etc. , dass nach einer Weile alles zu einem verschwommen ist (und das obwohl erst ein drittel von allen Ausstellungsstücken im ägypt. Museum ausgestellt ist)... Aber trotzdem war es sehr interessant... Und dann war es auch schon Abend, und der 2,5 tägige Trip ans Rote Meer stand bevor. Mit dem Bus ging es von Kairo um 22:00 Uhr zum Sinai. Nach siebenstündiger Busfahrt kamen wir dann genau zum Sonnenaufgang in Taba (Grenzort zu Israel) an. Von dort ging es noch ca. 20 min Richtung Dahab bis wir bei unserem Camp in Maagana ankamen. Das krasse an dieser 20min Busfahrt an der Küstenstraße war, dass wir an einer verlassenen Hotelanlage nach der anderen vorbei fuhren. Die ganze Küste sah aus wie eine Geisterstadt. Mit den Terroranschlägen von 2004 blieben die Touristen aus und somit wurden viele Hotelanlagen noch nicht einmal fertig gebaut und so reiht sich eine Hotelruine an die nächste... ein trauriges Bild... Wir haben in einem Camp gewohnt, welches aus kleinen Bambushütten bestand und von einem Beduinen (der zwei Wochen zuvor einem Mordanschlag gerade so entkommen war) geleitet wurde. Doch auch in diesem Camp waren wir die einzigen Gäste und somit gab es kein essen etc. Der Aufenthalt dort aber war umwerfend. Unsere Hütten waren ca. 2m vom Wasser entfernt und die gesamte Küste ist von einem riesigen Korallenriff begrenzt. Wir waren also Schnorcheln und haben ungelogen all die Fische gesehen, die man sonst maximal im Aquarium zu sehen bekommt- ein wahnsinns Erlebnis. Man schnorchelt am Riff entlang und rechts neben einem geht das Meer unbestimmt tief nach untern. Und wenn ich mich dann Richtung offenes Meer gedreht hatte, kam in mir immer so die Horrorvorstellung hoch, dass sich jetzt langsam ein riesiger Hai auf uns zu bewegt (ja dort gibt es Haie...). Na ja aber uns ist ja nichts passiert. Unsere 2,5 tage bestanden somit aus Schnorcheln, in der Sonne liegen, chillen und wieder Schnorcheln... sehr schön... Am Abend dann saßen wir mit den Beduinen am Feuer und hatten das Vergnügen ihnen bei ihrem Musizieren zuzuhören. Das war wirklich sehr schön. Ich kam mir einfach vor wie in einer anderen Welt. In einer Welt, fern ab von unserem europäischen Stress in der man sich nicht vorstellen kann, dass im nachbar Land der schlimmste Krieg tobt... Mit dem klängen der beduinischen Musik im Ohr und dem rauschen des Meeres sind wir dann in unsere Bambus Hütten zum schlafen gegangen- unbeschreiblich!!! Die wenigen Tage am roten Meer waren natürlich viel zu schnell um, und so mussten wir am Sonntag Mittag schon wieder den Bus nach Kairo nehmen. Mitten in der Wüste standen wir nun am Straßenrand und haben auf unseren Bus gewartet, der nach 30min Verspätung auch endlich kam. Und dann ging es wieder Richtung Kairo. Da wir diesmal am Tag unterwegs waren, konnten wir diesmal auch die Wüste auf dem Sinai sehen. Die ganze Halbinsel ist wirklich nur Wüste. Zuerst sind es Berge, und schließlich einfach nur noch Sand. Und das unglaubliche ist, dass in dieser so lebensvernichtenden Landschaft wirklich noch Menschen (Beduinen) leben... Nach acht Stunden langer Fahrt waren wir dann wieder in Kairo, in der zweit größten Stadt der Welt... Dann haben wir uns noch schnell was zu essen gekauft (drei Falaffel für 2,60 Pfund = 25 Cent) und dann ging es ins Bett. Am nächsten Tag hatte Marie ein Meeting und Jan und ich waren im Zoo (ein durchaus interessantes Erlebnis...), ich habe dann vom Zoo zurück zur Wohnung mein erstes Taxi selber angehalten und den Preis ausgemacht (Jan hat mich gezwungen) und schließlich haben wir uns noch die älteste Moschee Kairos angeschaut... ja, und dann war es auch schon bald Zeit zum Flughafen zu fahren und die eine Woche Kairo war um... Schade, aber es war eine sehr schöne Zeit... Ich hoffe mein Bericht war nicht zu lang, aber wie soll man sich bei so vielen Eindrücken denn kurz fassen.... Und natürlich muss ich Jan und Marie noch mal ganz doll danken für diese schöne Zeit... Soviel dazu... Ach ja es gibt in Ägypten übrigens wirklich keine schönen Männer...
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